Papst würdigt Norbert von Xanten als glaubwürdigen Verkündiger

Papst Franziskus hat das 900-jährige Bestehen des Prämonstratenser-Ordens gewürdigt. In einem am Sonntag veröffentlichten Brief nennt er den Ordensgründer Norbert von Xanten einen von „nicht wenigen Männern und Frauen, die, von Gott inspiriert, begannen, die Verbundenheit kirchlicher Amtsträger mit rein weltlichen Interessen in Frage zu stellen“.
Papst Franziskus  Papst Franziskus hat das 900-jährige Bestehen des Prämonstratenser-Ordens gewürdigt. In einem am Sonntag veröffentlichten Brief nennt er den Ordensgründer Norbert von Xanten einen von "nicht wenigen Männern und Frauen, die, von Gott inspiriert, begannen, die Verbundenheit kirchlicher Amtsträger mit rein weltlichen Interessen in Frage zu stellen".

Papst Franziskus (Papst Franziskus (Foto: © NeneoDreamstime.com)

Papst Franziskus hat das 900-jährige Bestehen des Prämonstratenser-Ordens gewürdigt. In einem am Sonntag veröffentlichten Brief nennt er den Ordensgründer Norbert von Xanten einen von „nicht wenigen Männern und Frauen, die, von Gott inspiriert, begannen, die Verbundenheit kirchlicher Amtsträger mit rein weltlichen Interessen in Frage zu stellen“. Insofern sei Norbert (1080/1085-1134) einer der wichtigsten Träger der Gregorianischen Kirchenreform gewesen, die staatliche Einflüsse auf Bischofsernennungen zurückdrängen wollten, so der Papst in dem Schreiben an den Generalabt der Prämonstratenser Jos Wouters. Insbesondere würdigt Franziskus die Absage des früheren Domherren von Xanten an weltlichen Reichtum und Einfluss.

Die Ordensgemeinschaften, die aus Norberts erster namensgebender Gründung in Premontre (Nordwestfrankreich) hervorgingen, hätten diesen Geist über neun Jahrhunderte bewahrt, so der Papst. Als von Papst Gelasius II.(1118-1119) eigens beauftragter Prediger bemühte Norbert sich besonders um eine glaubwürdigere Verkündigung. „Heute mehr denn je“, so Franziskus, erfordere die Verkündigung „großzügigen Einsatz und, mehr noch, eine starke Kohärenz zwischen verkündeter Botschaft und persönlichem, gemeinsamem Leben.“

Später als Erzbischof von Magdeburg, so der Papst weiter, sei Norbert „seiner ursprünglichen evangelischen Inspiration treu“ geblieben „und unterstützte den Papst in Konflikten mit dem Kaiser“. Dabei habe er sich stets um gute Beziehungen bemüht, aber „das Prinzip der freien Ernennung zu kirchlichen Ämtern“ durch den Papst beibehalten. „Liebe Söhne und Töchter des heiligen Norbert“, wendet sich Franziskus an die verschiedenen Zweige der Prämonstratenser-Gemeinschaft, „behaltet immer dieses offene Herz, das auch die Türen eures Hauses öffnet.“ Es sei wichtig, „diejenigen aufzunehmen, die einen geistlichen Ratgeber suchen, die um materielle Hilfe bitten, die euer Gebet teilen wollen“, heißt es in dem am 6. Juni, Gedenktag des Heiligen, unterschriebenen Brief des Papstes.

Die Prämonstratenser sind der größte römisch-katholische Orden regulierter Chorherren, ein Zusammenschluss selbstständiger Klöster. Gegründet wurde die Gemeinschaft 1120 von Norbert von Xanten mit dreizehn Gefährten in Premontre bei Laon. Durch Hussiten- und Türkenkriege und die Säkularisationen des 18. und 19. Jahrhunderts wurde der Orden fast völlig vernichtet. Heute ist er weltweit mit etwa 1.300 männlichen und weiblichen Mitgliedern und rund 80 selbstständigen Klöstern vertreten. Vor allem in Belgien und den Niederlanden werden die Prämonstratenser auch „Norbertiner“ genannt. 65. Generalabt ist seit 2018 der Belgier Jos Wouters (61).

kna

Brief des Papstes auf einer Seite des Prämonstratenser-Ordens (engl.)

Prämonstratenser feiern 900-jähriges Bestehen