Woelki präsentiert Vatikan-Leihgabe zu jüdischem Festjahr

Der älteste Nachweis über 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland ist in Köln angekommen. Die Leihgabe aus der vatikanischen Bibliothek präsentierte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki am Mittwochabend vor Journalisten in Köln.
Köln – Der älteste Nachweis über 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland ist in Köln angekommen. Die Leihgabe aus der vatikanischen Bibliothek präsentierte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki am Mittwochabend vor Journalisten in Köln. Bei den beiden Blättern aus dem 6. Jahrhundert handelt es sich um die Abschrift eines nach Köln adressierten Edikts des römischen Kaisers Konstantin aus dem Jahr 321. Es ließ Juden in den Stadträten zu. Das Dokument gilt als ältester schriftlicher Beleg für jüdisches Leben nördlich der Alpen und ist Ausgangspunkt für das laufende Festjahr "1.700 Jahre jüdisches Leben" in Deutschland.

Foto: Erzbistum Köln

Der älteste Nachweis über 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland ist in Köln angekommen. Die Leihgabe aus der vatikanischen Bibliothek präsentierte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki am Mittwochabend vor Journalisten in Köln. Bei den beiden Blättern aus dem 6. Jahrhundert handelt es sich um die Abschrift eines nach Köln adressierten Edikts des römischen Kaisers Konstantin aus dem Jahr 321. Es ließ Juden in den Stadträten zu. Das Dokument gilt als ältester schriftlicher Beleg für jüdisches Leben nördlich der Alpen und ist Ausgangspunkt für das laufende Festjahr „1.700 Jahre jüdisches Leben“ in Deutschland.

Die beiden Blätter sollen für fünf Wochen in der Ausstellung „In die Weite – Aspekte jüdischen Lebens in Deutschland“ zu sehen sein, wie es hieß. Die Schau zum Festjahr veranstalten das Kunstmuseum des Erzbistums Köln Kolumba und das Kölner jüdische Museum MiQua vom 15. September 2021 bis 15. August 2022. Kardinal Woelki, der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Abraham Lehrer und die Direktorin des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), Ulrike Lubek, verfolgten, wie die in einem Rahmen eingebrachte Abschrift aus einer Transportkiste herausgeholt wurde. Woelki sprach von einem „bewegenden Moment“. Seine Bitte, die Abschrift in Köln auszustellen zu können, sei zunächst mehrfach abschlägig beschieden worden. Er dankte dem Präfekten der Vatikanischen Bibliothek, Kardinal Jose Tolentino Mendonca, dass er diesen außergewöhnlichen Wunsch erfüllt habe.

Das Edikt zeige, dass jüdische Mitbürger im Jahr 321 zum Leben selbstverständlich dazugehörten und in der Stadtregierung eingebunden waren. „Das Dokument ist für mich ein wunderbares Symbol geschwisterlicher Verbundenheit“, so der Erzbischof. Gerade in Zeiten, in denen es wieder vermehrt antisemitische Anfeindungen gebe, müsse deutlich gemacht werden, dass Juden zu unserer Gesellschaft gehören. Auch Lehrer bekundete Freude, dass die beiden Blätter den Weg von Rom nach Köln gefunden haben. Dafür habe sich Papst Franziskus persönlich eingesetzt, nachdem Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) ihn darum gebeten habe. Er hoffe, dass das „außergewöhnliche historische Zeugnis“ wie ein Magnet das Publikum anziehe. Wenn dadurch der Antisemitismus zurückgedrängt werde, sei viel erreicht, so das Vorstandsmitglied der Kölner Synagogen-Gemeinde.

Lubek betonte, dass das Projekt ganz unterschiedliche Institutionen zusammengeführt habe. Sie eine ein gemeinsamer Wertekanon, stünden für Teilhabe und wendeten sich gegen Ausgrenzung. Die Abschrift ist in Köln bis zum 11. Oktober zu sehen. Die zentrale Eröffnung des jüdischen Festjahres hatte im Februar mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als Schirmherr in Köln stattgefunden. Wegen Corona wurde das Festjahr bis zum 31. Juli 2022 verlängert. Deutschlandweit gibt es zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen dazu.

kna