Erzbischof Gadecki besteht auf EU-Mitgliedschaft Polens

Der Vorsitzende der katholischen Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki, besteht auf dem Verbleib Polens in der EU.

Der Vorsitzende der katholischen Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki, besteht auf dem Verbleib Polens in der EU. „Wir alle wollen in Europa bleiben“, sagte er am Montag laut der polnischen Nachrichtenagentur PAP vor Journalisten in Rom. Kein vernünftiger Mensch wolle, dass sein Land aus der EU ausscheide. Vor dem Hintergrund eines umstrittenen Urteils des Verfassungsgerichts in Warschau wird in Polen über einen möglichen Austritt des Landes aus der EU diskutiert. Polens Oberstes Gericht hatte am vergangenen Donnerstag entschieden, dass mehrere Artikel des EU-Vertrags in dem Land keine Gültigkeit hätten, soweit sie gegen die Landesverfassung verstießen. Die nationalkonservative Regierung sieht sich dadurch in ihrem Streit mit der EU-Kommission bestätigt, dass EU-Recht nicht über dem Recht einzelner Mitgliedstaaten stehe. Einem Austritt Polens aus der EU erteilte sie gleichwohl eine Absage.

Gadecki bedauert Spaltungen in Europa

Die Spaltungen in Europa und die Errichtung von Mauern nannte Gadecki den Angaben zufolge eine „traurige Erscheinung“ und ein Zeichen von „Angst“. Mehr als 100.000 Menschen hatten laut offiziellen Zahlen landesweit am Sonntagabend gegen den Richterspruch und für den Verbleib des Landes in der EU demonstriert. Laut einer am Montag veröffentlichten Umfrage der Tageszeitung „Rzeczpospolita“ sprachen sich 57,1 Prozent dafür aus, dass Polen alle Urteile des Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg befolgen solle. 35,2 Prozent waren dagegen.

Gadecki begann am Montag gemeinsam mit einer zweiten Gruppe polnischer Bischöfe einen sogenannten Ad-limina-Besuch in Rom, um mit Papst und Kurie über die Situation der Kirche in Polen zu sprechen. Zu der Gruppe gehören die Bischöfe der westpolnischen Kirchenprovinzen Danzig (Gdansk), Stettin-Cammin (Szczecin-Kamien), Posen (Poznan) und Breslau (Wroclaw). Zur ersten Ad-limina-Gruppe aus Polen gehörten vergangene Woche die Orts- und Weihbischöfe der ostpolnischen Kirchenprovinzen Ermland, Bialystok, Lublin und Przemysl. Alle fünf bis sieben Jahre sind die katholischen Bischöfe aus aller Welt laut dem Kirchenrecht zu einem Ad-limina-Besuch im Vatikan verpflichtet. Dabei sollen die Bischöfe eines Landes den Papst über die jeweilige Situation in ihren Diözesen informieren. Die letzte solche Reise der polnischen Bischöfe liegt mehr als sieben Jahre zurück.

Besuche seit September

Wer die Welt reformieren wolle, müsse bei sich selbst anfangen, sagte der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki von Posen, dem Portal „Vatican News“ (Montag). Der Besuch im Vatikan sei Impuls für Aufbruch und Rückbesinnung auf die Wurzeln gleichermaßen. Alle fünf bis sieben Jahre sind die katholischen Bischöfe aus aller Welt laut dem Kirchenrecht zu einem Ad-limina-Besuch im Vatikan verpflichtet. Bei den polnischen Bischöfe war dies zuletzt vor mehr als sieben Jahren der Fall. Wegen der Pandemie verzögerte sich die aktuelle Besuchsreihe. Erst seit September gibt es wieder Ad-limina-Besuche im Vatikan. Den Auftakt bildeten die Bischöfe aus Frankreich.

Ihren Ursprung haben diese Visiten in der Reise zu den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus in Rom, auf Lateinisch „visitatio ad limina apostolorum“ (Besuch an den Schwellen der Apostelgräber). Daraus erwuchs die Kurzformel „ad limina“. In ihrer heutigen Form gehen sie auf Papst Sixtus V. (1585-1590) zurück. Er legte fest, dass die Bischöfe der europäischen Länder regelmäßig in Rom zu berichten hatten.

kna

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