Zentralrat lobt Gedenkjahr: Juden kommen aus Opferrolle raus

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hält das Gedenkjahr „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ für „eine gute Idee“, weil die Juden so aus einer Opferrolle herauskommen könnten.
Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hält das Gedenkjahr „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ für „eine gute Idee“, weil die Juden so aus einer Opferrolle herauskommen könnten.

Präsident Dr. Josef Schuster (Foto: Thomas Lohnes für Zentralrat der Juden)

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hält das Gedenkjahr „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ für „eine gute Idee“, weil die Juden so aus einer Opferrolle herauskommen könnten. Allerdings gehe es nicht um ein „Jubiläum“, weil die Geschichte sowohl viele Höhen als auch viele Tiefen kenne, sagte Schuster am Montagabend bei der Eröffnung der Jüdischen Kulturwochen in Stuttgart.

Anlass des Gedenkjahres ist ein Edikt des römischen Kaisers Konstantin von 321. Darin schuf er für seinen Statthalter im heutigen Köln die Möglichkeit, Juden in den Rat zu berufen. Das Dokument gilt als ältester Beleg jüdischen Lebens in Europa nördlich der Alpen.

Als bestes Mittel gegen Judenfeindlichkeit empfahl Schuster „Bildung, Bildung, Bildung“. Kein Kind werde als Antisemit geboren. Die Jüdischen Kulturwochen in der Landeshauptstadt dauern bis 14. November und stehen unter Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Geplant sind mehr als 30 Veranstaltungen – unter anderem Vorträge, Konzerte, Führungen Ausstellungen und ein wissenschaftliches Symposium.

Das Leitwort heißt in diesem Jahr „Jüdisches Leben in Deutschland. 1.700 Jahre – und wie weiter?“ Nopper rief bei der Veranstaltung alle dazu auf, „Mutmacher für ein gutes Miteinander aller Religionen und Kulturen“ zu sein. Bis heute gebe es Antisemitismus, der „wie Pestbeulen“ auftrete und entschieden bekämpft werden müsse.

kna
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