Sternberg: Kirchenreformen nicht per Erlass von oben

Veränderungen innerhalb der katholischen Kirche können aus Sicht des Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, nur durch Diskussionen und Bewegungen entstehen.
Bonn – Veränderungen innerhalb der katholischen Kirche können aus Sicht des Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, nur durch Diskussionen und Bewegungen entstehen. "Ich halte es für völlig realitätsfremd zu glauben, Reformen und Neuerungen kämen per Erlass von oben - plötzlich irgendwie so aus der Luft", sagte Sternberg in einer neuen Folge des Podcasts "Himmelklar" mit Blick auf die deutsche Reformdebatte Synodaler Weg. Neuerungen seien "immer von unten gewachsen, sie sind immer aufgrund von Verhältnissen gewachsen, sie sind Antworten auf Verhältnisse und auf Fragen".

Thomas Sternberg (Foto: © Synodaler Weg/Malzkorn)

Veränderungen innerhalb der katholischen Kirche können aus Sicht des Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, nur durch Diskussionen und Bewegungen entstehen. „Ich halte es für völlig realitätsfremd zu glauben, Reformen und Neuerungen kämen per Erlass von oben – plötzlich irgendwie so aus der Luft“, sagte Sternberg in einer neuen Folge des Podcasts „Himmelklar“ mit Blick auf die deutsche Reformdebatte Synodaler Weg. Neuerungen seien „immer von unten gewachsen, sie sind immer aufgrund von Verhältnissen gewachsen, sie sind Antworten auf Verhältnisse und auf Fragen“.

Die beim Synodalen Weg behandelten Fragen seien nur ein kleiner Teil bestehender Problemlagen. Der Reformdialog antworte auf eine „ganz spezifische Herausforderung“, betonte Sternberg. Wenn er sehe, dass auch in anderen Ländern über bestimmte Fragen diskutiert werde, „dann werden solche Fragen natürlich auch zu einer Veränderung des Verhaltens führen“. Dies sei ein Prozess.

„Das merken wir übrigens jetzt schon. Dass der Vorsitzende der Europäischen Bischofskommission, Kardinal Hollerich, in einem Interview sagt, er wisse nicht, ob Frauen zu Priestern geweiht werden könnten, aber eines wisse er: Man müsse darüber diskutieren, hätte ich mir vor zehn Jahren schlechterdings nicht vorstellen können. Dass das jemand aus der kirchlichen Hierarchie tatsächlich sagt“, so Sternberg.

Mit Blick auf Rom sagte er, dass er derzeit den Eindruck habe, dass es dort große Unsicherheiten gebe. „Einmal, weil der Papst immer wieder Dinge macht und sagt, die eben in ein bestimmtes Bild von päpstlicher Regierung nicht passen – und so deshalb auch Unsicherheiten in der Kurie da sind.“ Außerdem scheine es „eine gewisse Sorge zu geben, dass da in Deutschland irgendwas passieren könnte, was man nicht richtig im Blick hat, was unkontrollierbar ist und was man nicht richtig versteht“. Diese Sorge hätten aber längst nicht alle im Vatikan.

Es sei schwierig, bei synodalen Verfahren eine einheitliche Position zu finden, sagte Sternberg. „Unglücklich sind natürlich solche Störfeuer, die wir zum Synodalen Weg bekommen haben.“ So habe etwa die Instruktion zum Thema Laien von 2020 nicht weitergeholfen. „Da steht das drin, was im Kirchenrecht steht. Aber dieses Kirchenrecht ist katastrophal, was die Frage der Laien angeht und bei Weitem nicht auf der Höhe der Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils.“

kna
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