Virtuelle Rekonstruktion der Synagoge in Siegen

Zum Gedenken an die Novemberpogrome wird die frühere Synagoge in Siegen virtuell rekonstruiert. Bilder des Bethauses werden am Abend des 9. November auf die Außenwand des Aktiven Museums Südwestfalen, eines ehemaligen Luftschutzbunkers, projiziert.
Siegen – Zum Gedenken an die Novemberpogrome wird die frühere Synagoge in Siegen virtuell rekonstruiert. Bilder des Bethauses werden am Abend des 9. November auf die Außenwand des Aktiven Museums Südwestfalen, eines ehemaligen Luftschutzbunkers, projiziert. Das teilte die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland am Mittwoch mit. An der Stelle des Bunkers befand sich früher die Synagoge. Die siebenminütige Video- und Klanginstallation wurde von der Multimedia-Künstlerin Gabriela von Seltmann zusammen mit einem internationalen Team erstellt.

Die Collage zeigt die Siegener Synagoge bei ihrer Zerstörung am 10. November 1938, beim Richtfest am 15. Oktober 1903 und nach ihrer Einweihung am 22. Juli 1904. –Collage: Gabriela von Seltmann

Zum Gedenken an die Novemberpogrome wird die frühere Synagoge in Siegen virtuell rekonstruiert. Bilder des Bethauses werden am Abend des 9. November auf die Außenwand des Aktiven Museums Südwestfalen, eines ehemaligen Luftschutzbunkers, projiziert. Das teilte die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland am Mittwoch mit. An der Stelle des Bunkers befand sich früher die Synagoge. Die siebenminütige Video- und Klanginstallation wurde von der Multimedia-Künstlerin Gabriela von Seltmann zusammen mit einem internationalen Team erstellt.

„Nur wenn der offene Umgang mit der Vergangenheit gelingt, kann es zu einem Prozess des gegenseitigen Verstehens kommen und damit zu einem friedlichen Miteinander“, sagte von Seltmann. Die Projektion stehe stellvertretend für alle 1.400 Synagogen und Bethäuser, die die Nationalsozialisten in der Nacht zum 10. November 1938 niedergebrannt hatten. Auch die 1904 eingeweihte Siegener Synagoge wurde damals zerstört.

Anlass des rund 70.000 Euro teuren Projekts ist das aktuelle Festjahr „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Es handelt sich den Angaben zufolge um eine deutsch-polnisch-ungarische und zugleich jüdisch-christliche Co-Produktion. Die Künstler stammten aus Ländern, in denen die Demokratie bedroht sei und die Judenfeindlichkeit wachse. Die Aktion sei als Warnung vor Antisemitismus zu verstehen.

Bei der Veranstaltung will der Verein auch die Installation der „Großen Synagoge“ Warschaus zeigen, die 2018 erstmals in der polnischen Hauptstadt zu sehen war. So solle ein „grenzübergreifendes Zeichen“ dafür gesetzt werden, „dass Tod und Zerstörung durch Erinnerung, Versöhnung und Liebe überwunden werden können“, hieß es.

kna
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