Glückwünsche für neue EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus

Annette Kurschus (58) ist neue Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
Bremen/Bonn – Annette Kurschus ist neue Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Der neue Rat und die Kirchenkonferenz der EKD wählten die 58 Jahre alte Theologin am Mittwoch in Bremen. Kurschus ist Präses der Evangelischen Kirche in Westfalen. Zur stellvertretenden Ratsvorsitzenden wurde die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs (60) gewählt. Beide waren am Dienstag im ersten und im zweiten Wahlgang in das Leitungsgremium gewählt worden.

EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus. –Foto: EKD/Jens Schulze

Annette Kurschus ist neue Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Der neue Rat und die Kirchenkonferenz der EKD wählten die 58 Jahre alte Theologin am Mittwoch in Bremen. Kurschus ist Präses der Evangelischen Kirche in Westfalen. Zur stellvertretenden Ratsvorsitzenden wurde die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs (60) gewählt. Beide waren am Dienstag im ersten und im zweiten Wahlgang in das Leitungsgremium gewählt worden.

Kurschus: Erwartungen an die Kirche „zu recht groß“

Zusammen mit der im Mai gewählten Präses (Vorsitzenden) der Synode (des Kirchenparlaments), Anna-Nicole Heinrich (25), sind sie die obersten Repräsentantinnen der Protestanten in Deutschland. Erstmals werden alle drei Ämter von Frauen ausgeübt. Kurschus sprach in einer ersten Reaktion von einem „starken Rückenwind“, der sie ehre und stärke. Sie kündigte an, die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs zur Chefinnensache zu machen. Sie betonte, dass die gesellschaftlichen Erwartungen an die Kirche „zu recht groß“ seien, „weil wir mit der Botschaft, von der wir leben, die Hoffnung wachhalten“. Die Kirche müsse an die Ränder der Gesellschaft gehen, denn auch Jesus Christus sei immer an die Ränder gegangen. „Wir müssen Unrecht benennen, auch das eigene Unrecht, wir müssen Schuld eingestehen, um Vergebung bitten und neue Wege einschlagen“, sagte Kurschus.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte Kurschus in seinem Glückwunschschreiben als „couragierte Frau an dieser wichtigen Stelle, beharrlich im Anspruch, einfühlsam und zugleich überzeugungsstark im Wirken“, die die Hoffnungen vieler Gläubiger wecke. In den Anforderungen und Konflikten unserer Zeit brauche es eine Kirche, die sichtbar Stellung beziehe und auch eigene Fehler bekenne. „Diese Aufgabe nehmen Sie an, und darin möchte ich Sie bestärken“, so der Bundespräsident.

Bätzing zuversichtlich für ökumenischen Weg

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, zeigte sich in seinem Glückwunschschreiben „zuversichtlich, dass wir weiter den eingeschlagenen ökumenischen Weg der Kirchen in Deutschland in guter und engagierter Weise fortsetzen werden“. Er sei „gewiss, dass Sie als neue Ratsvorsitzende unser vertrauensvolles Miteinander weiter verfolgen und unsere Weggemeinschaft auch mit eigenen Ideen und Überzeugungen prägen werden“. Zugleich würdigte Bätzing den scheidenden Ratsvorsitzenden, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, als „wahren Garant für die Ökumene“. Seine Amtszeit sei „ein weitsichtiger Brückenbau und eine Mittlerrolle im ökumenischen Dialog“ gewesen.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hob hervor, Kurschus übernehme „das Ruder in einer herausfordernden Zeit“. Sowohl die wachsende Spaltung der Gesellschaft als auch die Verwerfungen durch die Corona-Pandemie erforderten es, dass die Religionsgemeinschaften eng zusammenstünden und befriedend in die Gesellschaft hineinwirkten. Für ihr neues Amt wünschte er Kurschus „Masel und Broche“ – Glück und Segen!“

kna
Werbung