Woelki auf dem Bagger – Kardinal eröffnet Bau von Bildungscampus

Unter großem Medieninteresse hat der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki einen seiner ersten Auftritte nach fünfmonatiger Auszeit absolviert.
Unter großem Medieninteresse hat der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki einen seiner ersten Auftritte nach fünfmonatiger Auszeit absolviert

Foto: Erzbistum Köln/Lehr – Markus Lehr – HA Medien & Kommunikation

Unter großem Medieninteresse hat der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki einen seiner ersten Auftritte nach fünfmonatiger Auszeit absolviert: Im Kölner Stadtteil Kalk erschien der Erzbischof unter den Augen von rund einem Dutzend Medienvertretern auf einer Baustelle. Dort soll bis August 2024 ein Bildungscampus des Erzbistums mit einer Grundschule und einer Gesamtschule entstehen. Nach einem Grußwort griff Woelki für den ersten offiziellen Spatenstich zur Schaufel und stieg anschließend in einen Bagger.

Nach einer mit dem Papst vereinbarten Auszeit hat Woelki Anfang März unter teils heftiger Kritik seinen Dienst in Deutschlands mitgliederstärksten Diözese wieder aufgenommen. Seine ersten geplanten öffentlichen Termine – darunter den traditionellen Gottesdienst zum Aschermittwoch im Kölner Dom – hatte er abgesagt. Offen ist weiterhin, wie der Papst über ein Rücktrittsangebot des Kardinals entscheiden wird.

Der Spatenstich am Bildungscampus war der erste Termin seit seiner Rückkehr, zu dem auch Medienvertreter offiziell eingeladen wurden. Auf der Baustelle ruhte das schwere Gerät, während Woelki sich an die Presse wandte. Der Neubau solle positive Begegnungen mit Glaube und Kirche ermöglichen, sagte er. Junge Menschen würden hier künftig bis zum Berufseinstieg begleitet und Bildungschancen gesichert. Der Kölner Stadtteil Kalk gilt als sozialer Brennpunkt. Der Campus soll Schülerinnen und Schülern jeder Glaubensrichtung und Weltanschauung offenstehen.

Jedes Jahr verließen 100.000 junge Menschen ohne Abschluss die Schulen, sagte Woelki. Aufgrund der Pandemie könnte sich die Situation noch verschärfen. Als Christ und als Bischof wolle er sich nicht damit abfinden, „dass in unserer hochentwickelten Gesellschaft Kindern und Jugendlichen damit die Chance auf eine gute Zukunft und die Erfüllung vieler Lebensträume genommen wird“.

Für den Erzbischof war es der erste Besuch auf dem 12.000 Quadratmeter großen Projektgelände. Er zeigte sich zufrieden mit dem Baufortschritt. „Es sieht auch so aus, als ob der Spaten leicht ins Erdreich hineingehen wird und ich mich nicht zu sehr anstrengen muss“, sagte er mit Blick auf den Spatenstich. Danach stieg er in einen gelbfarbenen Bagger und bewegte unter Anleitung die große Schaufel einige Male hin und her. Auf eine Journalistenfrage, ob sich damit nun ein Kindheitstraum erfülle, nickte der Kardinal lachend.

kna