Diözesanrat bezieht Stellung zur Missbrauchs-Aufklärung

Der Diözesanrat Essen hat bei seiner Vollversammlung am 20. Juni Stellung zur Missbrauchs-Aufklärung und zum Klimaschutz bezogen.
Der Diözesanrat Essen hat bei seiner Vollversammlung am 20. Juni Stellung zur Missbrauchs-Aufklärung und zum Klimaschutz bezogen.

Der Diözesanausschuss: (v. l.) Björn Krause, Isabelle Wrede, Rossi Paas, Ulrich Jatzkowski, Andreas Strüder, Dirk Tänzler, Barbara van de Lücht, Andrea Hollinderbäumer, Monika Ingenpaß, Klaudia Rudersdorf. Foto: Christian Schnaubelt | Bistum

Bochum – Der Diözesanrat Essen hat bei seiner Vollversammlung am 20. Juni Stellung zur Missbrauchs-Aufklärung und zum Klimaschutz bezogen. Ferner hat das Gremium die amtierenden Vorsitzenden Klaudia Rudersdorf und Björn Krause in ihren Ämtern bestätigt. In der ersten Präsenz-Wahlversammlung seit der Corona-Pandemie wurde zudem mit den Anträgen „Schöpfung bewahren“ und „Missbrauch konsequent aufklären“ Position bezogen.

Die Vollversammlung des Diözesanrates Essen fand am 20. Juni im Gemeindezentrum „MaGma“ in Bochum-Wattenscheid statt. 56 Delegierte aus den Pfarrgemeinderäten, Katholikenräten und Verbänden im Ruhrgebiet und märkischen Sauerland – sowie hinzugewählte Einzelpersonen, beratenede Mitglieder und Gäste – beschäftigten sich dabei mit (kirchen-)politischen Themen, wie dem Synodalen Weg, der Initiative „out in church“, Bewahrung der Schöpfung und Aufarbeitung des Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche.

Antrag „Schöpfung bewahren“

Mit dem Beschluss des Antrags „Schöpfung bewahren, Kirche nachhaltig gestalten“ möchte der Diözesanrat konkrete Maßnahmen zur Umsetzung des Klimaschutzes in kirchlichen Einrichtungen vorantreiben. Dazu wird unter anderem eine „Klimaneutralität“ des Bistums sowie seiner Einrichtungen, Pfarreien und Verbände bis zum Jahr 2030 gefordert. Die Vollversammlung beauftragte die „Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit“ mit der Erstellung eines Maßnahmenpakets, zu dem auch die Beantragung des Siegels „ökologisch und fair im Bistum Essen“ gehören soll.

Auf Antrag des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) beschloss die Vollversammlung zudem den Antrag „Missbrauch konsequent aufklären und Strukturen reformieren“. Damit reagiert der Diözesanrat einerseits auf die Veröffentlichung der Studie der WWU zum Thema Missbrauch im Bistum Münster (in dem der heutige Essener Bischof Franz-Josef Overbeck damals in Verantwortung stand) und andererseits auf die für Anfang 2023 angekündigte Vorstellung des Gutachtens zum Thema Missbrauch im Bistum Essen. Der Diözesanrat appelliert an Bischof Franz-Josef Overbeck sich für eine konsequente Ofenlegung und weiterhin für Reformen im Synodalen Weg und verstärkt auch bei der bevorstehenden Weltsynode einzusetzen. Die beauftragte eine Arbeitsgruppe bei der Aufarbeitung des Missbrauchs auch selbstkritisch der Frage nachzugehen, welche Rolle Laiinnen und Laien sowie die Strukturen im Bistum bei den Missbrauchsfällen spielten.

Rudersdorf und Krause als Vorstand bestätigt

Bei der Umsetzung dieser Beschlüsse setzt der Diözesanrat auf Kontinuität. Die beiden Vorsitzenden Björn Krause und Klaudia Rudersdorf wurden beide mit großer Mehrheit in ihren Ämtern von der Vollversammlung bestätigt. Zudem wurden Vertreterinnen in den Diözesanausschuss, vier Einzelpersonen in die Vollversammlung sowie drei Delegierte für das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) gewählt.

Der Diözesanrat verabschiedete am Ende der Vollversammlung seinen Geistlichen Assistenten Dr. Michael Dörnemann nach zwölf-jähriger Amtszeit. Neben dem Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit wünschte die Versammlung ihm Gottes Segen für seine neue Tätigkeit in der Innenstadtpfarrei Essen. Der oder die neue geistliche Assistent oder Assistentin wird – im Einvernehmen mit dem Bischof – spätestens bei der nächsten Vollversammlung benannt werden.

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