Körner hält Forderungen an Muslime nicht für sinnvoll

Der Islamwissenschaftler und Jesuit Felix Körner hält Forderungen an muslimische Würdenträger nach einer Entschuldigung für Gräueltaten von Islamisten nicht für sinnvoll.

Körner hält Forderungen an Muslime nicht für sinnvoll

(Symbolfoto: OranFire Blade/Pixabay)

Der Islamwissenschaftler und Jesuit Felix Körner hält Forderungen an muslimische Würdenträger nach einer Entschuldigung für Gräueltaten von Islamisten nicht für sinnvoll. „Islamische Gelehrte können solche Gewalttäter nicht als Akteure des Islam sehen“, sagte Körner der Wochenzeitung „Die Tagespost“ (Donnerstag).

Papst Franziskus habe jüngst in Kanada Verantwortung für Gewalttaten an Indigenen übernommen, an denen „offiziell-katholische Einrichtungen und Personen“ beteiligt gewesen seien. Daher könne der Papst auch Verantwortung übernehmen und dafür um Verzeihung bitten.

Entschuldigungsforderungen an muslimische Vertreter für Verbrechen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) seien aber so, als würde man den Papst bitten, sich für Nicht-Katholiken zu entschuldigen, fügte Körner hinzu und verwies auf den Irak-Krieg von 2003: „Denken Sie an den verlogenen, verheerenden Angriff unter George W. Bush – einem evangelikalen Christen. Er behauptete damals, im Auftrag Gottes zu handeln.“ Als Katholik müsse man sich davon distanzieren, so der Jesuit weiter: „Aber um Verzeihung bitten wird der Papst dafür nicht.“

Der chaldäische Patriarch Kardinal Louis Raphael I. Sako von Bagdad hatte unlängst gefordert, muslimische Führer sollten für die Untaten des IS um Verzeihung bitten, wie Franziskus es in Kanada getan habe.

Körner ist seit Oktober 2021 Inhaber des Nikolaus-Cusanus-Lehrstuhls für die Theologie der Religionen am Zentralinstitut für katholische Theologie der Berliner Humboldt-Universität.

kna

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