Missbrauchsbetroffene danken Bischof Ackermann und üben Kritik

Der Betroffenenbeirat bei der Deutschen Bischofskonferenz hat dem scheidenden Missbrauchsbeauftragten Bischof Stephan Ackermann für seine Arbeit gedankt.
Frankfurt – Der Betroffenenbeirat bei der Deutschen Bischofskonferenz hat dem scheidenden Missbrauchsbeauftragten Bischof Stephan Ackermann für seine Arbeit gedankt. Zugleich übte Sprecher Johannes Norpoth am Freitag in Frankfurt Kritik an der von den Bischöfen in diesem Zusammenhang angekündigten Neustrukturierung. Dazu habe es im Juli erst ein Gespräch mit dem Betroffenenbeirat gegeben - obwohl die Bischöfe ihre Grundsatzentscheidung bereits im vergangenen Herbst getroffen hätten. "Sieht so das Zeit-Management der Deutschen Bischofskonferenz aus angesichts einer Aufgabe, die im Sinne der Betroffenen niemals Aufschub duldet, immer lebenswichtig im wahrsten Sinne des Wortes ist?", fragte Norpoth.

Johannes Norpoth legt seinen Bericht zur Aufarbeitung und Aufklärung des sexuellen Missbrauchs vor. –Foto: Synodaler Weg/Maximilan von Lachner

Der Betroffenenbeirat bei der Deutschen Bischofskonferenz hat dem scheidenden Missbrauchsbeauftragten Bischof Stephan Ackermann für seine Arbeit gedankt. Zugleich übte Sprecher Johannes Norpoth am Freitag in Frankfurt Kritik an der von den Bischöfen in diesem Zusammenhang angekündigten Neustrukturierung. Dazu habe es im Juli erst ein Gespräch mit dem Betroffenenbeirat gegeben – obwohl die Bischöfe ihre Grundsatzentscheidung bereits im vergangenen Herbst getroffen hätten. „Sieht so das Zeit-Management der Deutschen Bischofskonferenz aus angesichts einer Aufgabe, die im Sinne der Betroffenen niemals Aufschub duldet, immer lebenswichtig im wahrsten Sinne des Wortes ist?“, fragte Norpoth.

Ackermann wird sein Amt nach zwölf Jahren Ende September abgeben. Derzeit würden unter Einbeziehung von Experten und auch des Betroffenenbeirats Eckpunkte für die Neustrukturierung erarbeitet, „in deren Rahmen auch die personelle Nachfolgeregelung getroffen wird“, sagte Ackermann. Wie Norpoth sprach auch der Trierer Bischof vor der Vollversammlung des Synodalen Weges

Norpoth erläuterte die Position des Betroffenenbeirats. Dieser sei der Auffassung, dass das Thema zwingend aus dem Sekretariat der Bischofskonferenz ausgegliedert und in eine unabhängige Struktur überführt werden müsse, zum Beispiel im Wege eines Stiftungsmodells. Betroffenenarbeit benötige eine angemessen Ausstattung mit Geld und Personal, die eine unabhängige Begleitung und Unterstützung der Betroffenen möglich mache „und nicht ko-klerikal gesteuert wird“. Norpoth weiter: „Wir sind gespannt: Gespannt auf die Umsetzung dieser Neuordnung und auch letztlich auf die Benennung eines oder mehrerer neuer Missbrauchsbeauftragten für die Deutsche Bischofskonferenz.“

rwm/kna