VdK-Präsidentin plädiert für höhere Renten

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, sorgt sich über eine Entsolidarisierung in der Gesellschaft.
VdK-Präsidentin plädiert für höhere Renten

Verena Bentele – Präsidentin des größten deutschen Sozialverbandes VdK – Foto: © VdK / Marlene Gawrisch

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, sorgt sich über eine Entsolidarisierung in der Gesellschaft. Als Beispiel führte sie im Interview mit der Mediengruppe Bayern (Dienstag) die Diskussionen um das Bürgergeld und die Rente an. Gerade Menschen mit kleinen Renten setze die Inflation besonders zu. Bentele forderte deshalb in der Diskussion um das Rentenpaket II, dass das Rentenniveau wieder auf 53 Prozent angehoben werde: “Das würde einer einmaligen und dauerhaften Rentenerhöhung von zehn Prozent entsprechen und die hohe Inflationsrate im vergangenen Jahr angemessen ausgleichen.”

Die VdK-Präsidentin führte aus, dass seit den 2000er Jahren die Rentenanpassung durch Kürzungsfaktoren in der Rentenformel von der Lohnentwicklung abgekoppelt worden sei. Nullrunden hätten dies noch verstärkt. Dazu komme, dass Löhne nur verzögert auf Inflation reagierten und Renten zeitverzögert steigenden Löhnen folgten. Kritisch sieht Bentele auch, dass in der Diskussion um den Haushalt reflexhaft auf die Ausgabenseite geschaut worden sei. Menschen, die auf einen funktionierenden Sozialstaat angewiesen seien, würden dadurch schwer verunsichert.

Nach Ansicht von Bentele ist es richtig, dass die Kürzungspläne bei der Bundesagentur für Arbeit wieder zurückgenommen wurden. Dafür habe sich der VdK eingesetzt. Nicht verhindern können habe der Verband dagegen die Kürzungen bei den steuerfinanzierten Bundeszuschüssen zur Rentenversicherung. Da die Ausgaben gleich blieben, müsse der Beitragssatz steigen, und bei steigenden Beiträgen sinke dann auch die Rentenanpassung automatisch entsprechend der Rentenanpassungsformel im kommenden Jahr.

Bentele warf der Ampel-Regierung vor, sich an der Rentenrücklage zu bedienen, die dringend benötigt werde, um die Folgen des demografischen Wandels und die damit verbundenen steigenden Ausgaben abzufedern. Das führe schneller zu steigenden Beitragssätzen bei den Beschäftigten und zu niedrigeren Renten. Soziale Einschnitte dieser Art müssten aufhören. Der VdK schlage stattdessen in finanziell schwierigen Zeiten für den Bundeshaushalt vor, die Einnahmenseite zu betrachten und die Schuldenbremse auszusetzen.

kna