US-Bistum muss Kirchengelände für Mauerbau überprüfen lassen 

Das katholische US-Bistum Brownsville muss staatlichen Behörden Zugang zu einem Kirchengelände gewähren. Es gehe um Vermessungsarbeiten für einen möglichen Mauerbau entlang der Grenze zu Mexiko, berichtet der katholische Pressedienst CNS (Donnerstag Ortszeit). 

Bischof Daniel Flores hatte den Zugang bislang blockiert. Er könne den Arbeiten nicht zustimmen, weil „die Freiheit der Kirche zur Ausübung ihrer Mission“ dadurch eingeschränkt sei, hatte er argumentiert. Ein texanisches Gericht befand nun, die Vermessungen stellten „keine erhebliche Belastung“ für die Kirche dar. Die Anwälte der Diözese kritisierten die Gerichtsentscheidung.

Von den geplanten Arbeiten ist laut CNS auch die historische Kapelle La Lomita betroffen. Sie liege nur knapp 250 Meter vom geplanten Mauerverlauf entfernt. Obwohl es in dem Gerichtsverfahren nicht darum ging, Kirchenland zu enteignen, argumentieren die Anwälte der Diözese, schon die zeitlich begrenzten Arbeiten seien ein Eingriff für die Beter in der Kapelle. Die friedliche Atmosphäre des Ortes sei gefährdet.

Die Kontroverse zwischen Staat und Bistum könnte einen längeren Rechtsstreit nach sich ziehen. Das Recht der Regierung auf Enteignung stehe dem Recht der Bürger auf Religionsfreiheit grundsätzlich gegenüber, hieß es.

kna
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