„Zen-Pater“ Johannes Kopp gestorben

P. Johannes Kopp SAC

Pater Johannes Kopp SAC Foto: privat

Essen/Limburg. Der Pallottiner-Pater Johannes Kopp, einer der Wegbereiter der Begegnung von Zen-Buddhismus und Christentum in Deutschland, ist tot. Er starb bereits am Mittwoch 88-jährig in Limburg, wie erst jetzt bekannt wurde. Der Geistliche wird am Donnerstag um 10.30 Uhr auf dem Friedhof bei der Limburger Marienkirche beigesetzt. Aus diesem Anlass findet dort zuvor ein Gottesdienst statt.

Kopp begründete 1973 das bis heute bestehende Programm „Leben aus der Mitte – Zen-Kontemplation im Bistum Essen“ im Kardinal-Hengsbach-Haus in Essen-Werden. Hier wollte der Zen-Meister Menschen dazu anleiten, als Christen in der Tradition des Zen-Buddhismus zu meditieren, den eigenen Glauben zu vertiefen und ihr Friedenspotenzial freizusetzen. Auf seinen ersten Reisen nach Japan hatte der Pater seine Faszination für die Zen-Meditation entdeckt, für die er 1985 die Lehrbefähigung erlangte. Damit gehörte er zur ersten Generation christlicher Zen-Lehrer in Europa und wurde mit dem Jesuiten Hugo Enomiya-Lassalle und dem Benediktiner Willigis Jäger Wegbereiter der Begegnung von Zen-Buddhismus und Christentum in Deutschland.

2006 wurde Pater Kopp zum Zen-Meister ernannt. Ende 2015 verließ er aus Altersgründen die Pallottinerkommunität in Mülheim und kehrte in das Missionshaus der Ordensgemeinschaft nach Limburg zurück. Im Januar erschienen seine Lebenserinnerungen in dem Buch „Gebet als Selbstgespräch – Gebet und Koan als Beziehung zu Gott in mir“ – „Koan“ bezeichnet im Zen-Buddhismus eine kurze beispielhafte Aussage eines Zen-Meisters.

Kopp wurde am 9. Dezember 1927 im schwäbischen Allmendingen geboren. Nach einer technischen und einer schauspielerischen Ausbildung machte er an der Spätberufenenschule der Pallottiner in Limburg 1957 das Abitur. Im Anschluss an das Noviziat und das Studium an der Theologischen Hochschule der Pallottiner in Vallendar-Schönstatt bei Koblenz wurde er 1963 zum Priester gexweiht. Nach Einsätzen als Priester und Religionslehrer in Limburg und Trier übernahm der Pater ab 1969 für seinen Orden Aufgaben im Bistum Essen.

kna