Glockenton als Zitat

 

Die Glocken der Heilig Kreuz Kirche sind bereits seit Jahren verstummt. Am Dienstagnachmittag war nun die größte Glocke für die Anwohner zum wohl letzten Mal zu hören. Vor gut einem Monat haben in Gelsenkirchen-Ückendorf die Bauarbeiten an der Kirche an der Bochumer Straße begonnen. Aus einem der bedeutendsten Kirchenbauwerke der Moderne soll nun ein ebenso außergewöhnlicher Veranstaltungsort entstehen. Voraussichtlich im April werden die Kirchenglocken ausgebaut.

Pausenton

Deshalb hat der künftige Betreiber, die Emschertainment GmbH, am Dienstagnachmittag noch Tonaufnahmen von der größten Glocke gemacht, um sie künftig im Betrieb des Hauses zum Beispiel als Pausenton verwenden zu können. Die Idee zu den Aufnahmen hatte Thomas Franke, der Enkel des Baumeisters der Heilig- Kreuz Kirche, Josef Franke. Er war persönlich vor Ort, um noch einmal die Glocken zu hören.

„Ich war von der Idee sofort begeistert und freue mich, dass wir heute die Aufnahmen machen konnten. Sobald die erste Veranstaltung läuft, haben wir einen phantastischen Originalton“, sagt Emschertainment-Geschäftsführer Prof. Helmut Hasenkox.

Fünfstimmiges Geläut

Bei den bis heute in der Kirche Heilig Kreuz in Gelsenkirchen-Ückendorf hängenden Glocken handelt es sich um ein fünfstimmiges Geläut mit der Schlagtonfolge cis-e-fis-gis-a. Es wurde 1959 von der damals in Münster ansässigen Glockengießerei Feldmann & Marschel gegossen. Das geht aus einer gutachterlichen Stellungnahme hervor, die Dr. Konrad Bund, wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Glockenmuseums, erstellt hat.

(Foto: Boris Spernol)

Die Glocken gehören demnach nicht zur Erstausstattung der Kirche. Damals gab es zwei kleinere Glocken, von denen 1942 eine zu Rüstungszwecken abgegeben wurde. Die zweite Originalglocke wurde vermutlich 1959 mit der Anschaffung der jetzigen Glocken in Zahlung gegeben oder sogar für die neuen Glocken eingeschmolzen. Das heutige Geläut wurde 1959 zum silbernen Priesterjubiläum des Pfarrers Franz Maurer gegossen und wurden am 21. Juni 1959 erstmals geläutet.

Die fünf Glocken tragen die Namen „Heiliges Kreuz“, „Heilige Maria“, „Heilige Maria Magdalena“, „Heiliger Johannes“ und „Heiliger Franziskus“. Sie sind nach dem „Te Deum“ gestimmt. Die Glocken werden nach dem Ausbau zwischengelagert bis das Bistum Essen über eine weitere Verwendung entschieden hat.

spe
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