Bistum Essen zahlt 5,8 Millionen Euro an Steuer nach

Wegen fehlerhafter Steuererklärungen hat das Bistum Essen 5,8 Millionen Euro an den Fiskus nachgezahlt. Im Rahmen einer internen Prüfung sei aufgefallen, dass in den Steuererklärungen für 2008 bis 2017 „relevante Sachverhalte nicht oder nicht vollständig berücksichtigt worden waren“,
Essen – Wegen fehlerhafter Steuererklärungen hat das Bistum Essen 5,8 Millionen Euro an den Fiskus nachgezahlt. Im Rahmen einer internen Prüfung sei aufgefallen, dass in den Steuererklärungen für 2008 bis 2017 "relevante Sachverhalte nicht oder nicht vollständig berücksichtigt worden waren", erklärte das Ruhrbistum am Freitag. Die Finanzbehörden seien informiert und uneingeschränkte Akteneinsicht gewährt worden.

Der Dom von Essen. –Foto: Nicole Cronauge | Bistum Essen

egen fehlerhafter Steuererklärungen hat das Bistum Essen 5,8 Millionen Euro an den Fiskus nachgezahlt. Im Rahmen einer internen Prüfung sei aufgefallen, dass in den Steuererklärungen für 2008 bis 2017 „relevante Sachverhalte nicht oder nicht vollständig berücksichtigt worden waren“, erklärte das Ruhrbistum am Freitag. Die Finanzbehörden seien informiert und uneingeschränkte Akteneinsicht gewährt worden.

„Begleitend zu den Überprüfungen hat die zuständige Staatsanwaltschaft – wie in einem solchen Zusammenhang vorgesehen – ein Ermittlungsverfahren gegen Generalvikar Klaus Pfeffer als Vertreter des Bistums eingeleitet“, sagte der Justiziar des Bistums, Claus Zielinski. Der „Spiegel“ berichtet in seiner aktuellen Ausgabe (Samstag) über die Ermittlungen gegen Pfeffer. Aufgefallen waren die Fehler laut Bistum im Rahmen eines Projekts zu neuen Umsatzsteuerregeln. Ab dem 1. Januar 2023 sind Körperschaften des öffentlichen Rechts – darunter auch kirchliche Einrichtungen – umsatzsteuerpflichtig. Dann müssen zum Beispiel Gemeinden auf alle Verkäufe bei Pfarrfesten Mehrwertsteuer erheben und diese ans Finanzamt weiterreichen, was bislang nicht der Fall war.

Um diese Änderungen vorzubereiten, seien die Bereiche und Abteilungen des Bistums sowie kirchliche Schulen und Bildungshäuser auf steuerrechtliche Sachverhalte hin überprüft worden. Im Juli 2020 habe die mit dem Projekt beauftragte Steuerberatungsgesellschaft die Fehler in alten Steuererklärungen festgestellt. Das Bistum hat den Angaben zufolge im Anschluss eine zweite Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft mit der weiteren Analyse beauftragt. Ende September 2020 seien die berichtigten Steuererklärungen den Finanzbehörden übermittelt und die selbst errechnete Nachzahlung von 5,8 Millionen Euro geleistet worden. Die Finanzverwaltung überprüfe derzeit die Korrektur.

Die Diözese sicherte Zusammenarbeit mit den Behörden zu. „Wir stellen uns der Verantwortung“, sagte Generalvikar Pfeffer. „Uns ist wichtig, dass keine Zweifel an der Integrität unseres Handelns aufkommen.“ Um in Zukunft Fehler zu vermeiden, soll unter anderem der Bereich Steuern fachlich verstärkt, Prozesse angepasst, Mitarbeiter geschult und ein Compliance-System eingeführt werden.

kna
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