Zukunftsforscher: Gesundheit und Familie werden immer wichtiger

Gesundheit und Familie werden den Deutschen in der Corona-Pandemie offenbar immer wichtiger.
Hamburg – Gesundheit und Familie werden den Deutschen in der Corona-Pandemie offenbar immer wichtiger. In zwei aktuellen Repräsentativumfragen des Opaschowski Institut für Zukunftsforschung (OIZ) erreichten sie im Vergleich zu anderen Lebensbereichen Spitzenwerte, wie der Leiter und Zukunftsforscher Horst Opaschowski am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Hamburg sagte. Das Institut hatte Anfang 2020 und Anfang 2021 jeweils 1.000 Menschen ab 14 Jahren nach ihren Lebensprioritäten in Krisenzeiten befragt.

Symbolfoto: congerdesign/Pixabay

Gesundheit und Familie werden den Deutschen in der Corona-Pandemie offenbar immer wichtiger. In zwei aktuellen Repräsentativumfragen des Opaschowski Institut für Zukunftsforschung (OIZ) erreichten sie im Vergleich zu anderen Lebensbereichen Spitzenwerte, wie der Leiter und Zukunftsforscher Horst Opaschowski am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Hamburg sagte. Das Institut hatte Anfang 2020 und Anfang 2021 jeweils 1.000 Menschen ab 14 Jahren nach ihren Lebensprioritäten in Krisenzeiten befragt.

Die Familie ist das wichtigste im Leben

Demnach ist in diesem Jahr für 94 Prozent der Deutschen die Familie das Wichtigste im Leben – eine Steigerung um 7 Prozent gegenüber 2020. Der Aussage „Ohne Gesundheit ist fast alles nichts wert“ stimmten 93 Prozent zu, 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Weder Geld und Güter noch Konsum und Eigentum oder Mobilität und Reisen könnten damit konkurrieren, hieß es. Selbst die junge Generation im Alter von 14 bis 24 Jahren wisse den Wert der Gesundheit im Leben immer mehr zu schätzen (2020: 87 Prozent; 2021: 90 Prozent) und lasse sich nicht nur vom Konsumdenken blenden.

„Zwischen Lockdownbeschlüssen und kontaktarmen Urlaubsangeboten halten die Menschen Gesundheit und Familie für unverzichtbare Ressourcen im Leben“, erklärte Opaschowski. Beide Bereiche seien in den persönlichen Lebensgewohnheiten fest verankert, weil sie Wohlergehen und Lebenszufriedenheit garantierten. Die Deutschen verbuchten sie auf ihrer persönlichen „Haben-Seite“ und würden sich diese Bereiche auch von der Politik nicht nehmen lassen. „Was auch immer passiert: Gesundheitlich und sozial abgesichert wollen sie positiv in die nahe Zukunft schauen können und auch mitten in der Krise das Beste aus ihrem Leben machen.“

Neue Kultur des Wohlergehens

Damit stehe Deutschland eine qualitative Wohlstandswende bevor, so der Zukunftsforscher. „Wohlstand muss weiter gedacht werden. Denn die materielle Wohlstandsexplosion der letzten Jahrzehnte löst bei den Menschen in Krisenzeiten keine Glücksexplosion mehr aus.“ Eine neue Kultur des physischen und sozialen Wohlergehens löse den Glauben an das grenzenlose Immer-Mehr ab. „Glücklich ist, wer mit sich und seinem Leben zufrieden sein kann.“

Opaschowski, Berater für Politik und Wirtschaft, leitet seit 2014 das OIZ in Hamburg. Bekannt ist er vor allem für seinen Nationalen Wohlstands-Index, für den er mit dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos vierteljährlich Repräsentativbefragungen in Deutschland durchführt.

kna

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