In Frankreich häuft sich Vandalismus in Kirchen

Die Franzosen kultivieren ihren Protest. Der macht teils auch vor heiligen Orten nicht mehr halt. Verstreute Hostien, zerschossene Fenster, Schmierereien und gestürzte Grabsteine: Angriffe auf Kirchen häufen sich.

Saint Paul and Place de la Madeleine, Nimes (Foto: © Sergey Novikov - Dreamstime.com)

Notre-Dame in Dijon gilt als die schönste Kirche Burgunds aus dem 13. Jahrhundert. Am Samstagmorgen drang ein Unbekannter in die Pfarrkirche ein, verstreute Hostien um den Hauptaltar und verwüstete den Chorraum. Der Vorfall reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Vandalenakten in französischen Kirchen. Allein in der vergangenen Woche wurden laut Bericht Gotteshäuser in Nimes (Departement Gard), Lavaur (Departement Tarn) und Houilles (Departement Yvelines) Ziel von Übergriffen.

Brandspuren und Einschusslöcher

Brandspuren auf dem Altar, Einschusslöcher in Kirchenfenstern, Raub von liturgischen Gefäßen samt den darin aufbewahrten Hostien. Alle paar Tage ein neuer Fall von Vandalismus. Die Kirche von Houilles war zuletzt gleich dreimal hintereinander Ziel von Übergriffen. Ein Teil des Kreuzes wurde abgebrochen sowie eine Marienstatue und der Altarraum beschädigt. Auch die großen Bischofskirchen werden nicht verschont. 2013 wurden binnen weniger Tage die gotischen Kathedralen von Limoges und Nantes mit Parolen beschmiert und geschändet. Obszöne Schmierereien, Hitler-Bärte und andere Nazi-Embleme, Teufelssymbole wie die Zahl "666" auf einem Altar. Auf das Hauptportal von Limoges aus dem 13. Jahrhundert schmierten Linksradikale die Worte "Kirchenrecht = Scharia".

978 Vorfällen an Kultusorten

Laut Zahlen des Innenministeriums, die der "Figaro" (Dienstag) zitiert, sind katholische Kirchen besonders oft Ziel von Verwüstungen. 2017 entfielen demnach von insgesamt 978 Vorfällen an Kultusorten 878 auf christliche Einrichtungen. Die Motive all dieser Taten sind denkbar verschieden: Übermut, Frust, Drogenkonsum, Hass oder Habgier. Doch allen ist eines gemeinsam: wachsende Gleichgültigkeit gegenüber den religiösen Gefühlen der anderen. Eine Folge der französischen Übung des Laizismus; der traditionellen revolutionären Bereitschaft, seinen Überzeugungen auch handgreiflich Ausdruck zu verleihen? Der Verdunstung religiöser Bindungen? Rache für kirchliche Missbrauchsskandale? Oder tatsächlich eine gesellschaftliche Radikalisierung?

Schlichte Lust am Politisieren und Zerstören

Bei vielen ist es wohl schlichte Lust am Politisieren und Zerstören. An die Pariser Kirche Sacre-Coeur wurde 2014 "Fuck tourism" gesprüht - eine klare Botschaft an Millionen Besucher jährlich. Doch eine der Schmierereien lässt darauf deuten, dass sich die Täter auch politisch ganz bewusst die französische Nationalbasilika ausgesucht hatten: "Lang lebe die Kommune", jener blutige linke Volksaufstand 1871 - der seinen Ausgang auf dem Montmartre nahm. In Zeiten von sozialer Krise, Straßensperren und Gelbwesten ist Fundamentalprotest "gegen das Establishment" en vogue. Frankreichs Bischofskonferenz will sich zu der jüngsten Welle von Vandalismus nicht offiziell äußern. Hintergrund: Es gibt gewisse Spitzenzeiten solcher Übergriffe. Man will nicht durch Empörung Trittbrettfahrer ermuntern und so weitere Schändungen vermeiden. Auch Strafankündigung für die Täter gehört zum verbalen Ritual nach terroristischen oder vandalistischen Straftaten. Natürlich: Verbale Stärke wird einerseits erwartet. Andererseits nutzt sie sich ab.

Dorfpfarreien können sich Alarmanlagen nicht leisten

In der Vergangenheit hat Frankreichs Bischofskonferenz davor gewarnt, in die "Falle" von Terroristen zu tappen und sich medial gegenseitig zu überbieten. Kirchen müssten "offene Orte für die Menschen bleiben". Solcherart gerader Rücken, gepaart mit christlicher Gelassenheit, wirkt wohltuend - kommt jedoch mit jedem neuen Vorfall auf den Prüfstand. Die meisten Dorfpfarreien können sich Alarmanlagen ode…

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Die Franzosen kultivieren ihren Protest. Der macht teils auch vor heiligen Orten nicht mehr halt. Verstreute Hostien, zerschossene Fenster, Schmierereien und gestürzte Grabsteine: Angriffe auf Kirchen häufen sich.

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Brandspuren und Einschusslöcher

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