Microsoft-Chef: Künstliche Intelligenz bedroht Menschenrechte

Die Technik automatischer Gesichtserkennung hat nach Ansicht von Microsoft-Chef Brad Smith direkte Folgen für die Menschenrechte. Dies gelte etwa für die Privatsphäre und Meinungsfreiheit, sagte Smith in einem Interview der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ (Donnerstagsausgabe).


„Wenn wir hier nicht handeln, riskieren wir, in fünf Jahren aufzuwachen und zu erkennen, dass sich diese Technik auf eine Weise verbreitet hat, die soziale Probleme erheblich verschärft.“

Die technologische Entwicklung gehöre inzwischen zur Evolution des Menschen dazu, so der Microsoft-Chef. Damit aber etwa Künstliche Intelligenz zum Gemeinwohl beitragen könne, müsse sie durch ethische Reflexion und angemessene neue Gesetzgebung begleitet und gelenkt werden.

Ggemeinsam Verantwortung übernehmen

Die Weltgemeinschaft müsse hier gemeinsam Verantwortung übernehmen. Ingenieure und Programmierer, die Dinge wie Künstliche Intelligenz (KI) und Cloud-Technik entwickelten, seien nicht unbedingt am besten geeignet, die gesellschaftliche Rolle dieser Technik zu beurteilen. Das müssten andere tun.

Aufgabe von Regierungen sei es einerseits, die Entwicklung von KI zu fördern. Andererseits müssten sie effektive Strategien für den Schutz von persönlichen Daten und Privatsphäre entwickeln und implementieren. Dafür brauche es den ständigen Dialog zwischen Regierungen, Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen sowie der Zivilgesellschaft.

Persönliche Unterredung

Smith, seit 2015 Präsident von Microsoft, war am Mittwochnachmittag mit Papst Franziskus zu einer persönlichen Unterredung zusammengetroffen. Dabei hatten er und der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, Erzbischof Vincenzo Paglia, dem Papst einen Preis für Ethik der Künstlichen Intelligenz vorgestellt. Dieser soll für besondere Arbeiten im Bereich ethischer Forschung im Feld der KI verliehen werden.

kna
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