Gericht hebt Insolvenzverfahren bei Klinikträger auf

Das Amtsgericht Montabaur hat das seit sechs Monaten laufende Insolvenzverfahren bei der Katharina Kasper ViaSalus GmbH aufgehoben. Das Klinik-Unternehmen im Besitz der katholischen Ordensgemeinschaft Dernbacher Schwestern sei vollständig saniert, teilte die Gesellschaft am Montag in Dernbach mit. Die Leitung liegt demnach wieder ganz bei ViaSalus. Das Geld der Gläubiger soll im August zurückgezahlt werden.

Manfred Sunderhaus (Foto: Dernbacher-Gruppe-Katharina-Kasper)

Ermöglicht werde die Sanierung durch einen Insolvenzplan, der eine Umstrukturierung der Krankenhaus-Sparte und eine Beteiligung der Alexianer als Gesellschafter mit zehn Prozent vorsieht, hieß es. Die Stiftung der von den Ordensbrüdern getragenen Alexianer GmbH betreibt in Deutschland zahlreiche Krankenhäuser und soziale Einrichtungen.

Ende Januar hieß es, das Unternehmen sei weder zahlungsunfähig noch überschuldet. Mit dem Verfahren der Eigenverwaltung könnten die Sanierungsmaßnahmen bei laufendem Geschäftsbetrieb „schnell und wirksam“ umgesetzt werden. Die Neuaufstellung sei erforderlich aufgrund „anhaltender wirtschaftlicher Defizite an einzelnen Standorten“. Ein Sanierungsplan solle bis Ende März stehen. Wichels betonte im Januar, trotz der aktuellen wirtschaftlichen Lage habe ViaSaluseinen gesunden Kern und bleibe ein zukunftsfähiges, den christlichen Werten verpflichtetes Unternehmen.

Die Katharina Kasper ViaSalus Gesellschaft mit Sitz in Dernbach im Westerwald ist Träger von 5 Krankenhäusern, 4 Medizinischen Versorgungszentren, 13 Seniorenzentren, mehreren Einrichtungen zur ambulanten Seniorenhilfe und Tagespflege sowie 4 Ausbildungsstätten für Gesundheits- und Pflegeberufe. Das in Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen tätige Klinikunternehmen mit rund 3.200 Mitarbeitern ist im Besitz der katholischen Ordensgemeinschaft Dernbacher Schwestern.

Die Katharina Kasper ViaSalusGesellschaft hatte im Januar einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt und ihre Geschäftsführung neugeordnete. Die bisherigen Geschäftsführerinnen des in katholischer Trägerschaft befindlichen Klinikunternehmens, Elisabeth Disteldorf und Ute Knoop, schieden Ende März aus der Geschäftsführung aus. Dafür trat Manfred Sunderhaus (58), der Geschäftsführer der ViaSalus-Muttergesellschaft Katharina Kasper Holding Gesellschaft, in die ViaSalus-Geschäftsführung ein.

Sunderhaus ist seit dem 1. Juni 2018 Geschäftsführer der Dernbacher Gruppe Katharina Kasper. Zuvor war er seit 1997 in der Geschäftsführung des Katholischen Klinikums Essen (KKE) tätig. Hierbei führte Sunderhaus die Standorte durch zwei Fusionsprozesse und setzte strukturellen Veränderungen um. Im vorigen Jahr hat die Contillia-Gruppe das KKE übernommen.

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