Meier: In Ökumene nach vorne blicken

Der Augsburger katholische Bischof Bertram Meier ruft dazu auf, in der Ökumene nach vorne zu schauen.
Augsburg – Der Augsburger katholische Bischof Bertram Meier ruft dazu auf, in der Ökumene nach vorne zu schauen. Viele Elemente, die einst der Reformator Martin Luther (1483-1546) für die geistliche Erneuerung gefordert habe, seien mittlerweile von den Katholiken aufgegriffen und ins kirchliche Leben eingebunden worden, erklärte er am Wochenende in Augsburg. "Katholiken und Protestanten sind aufeinander zugegangen und sich im Blick auf Jesus Christus sehr nahegekommen." Ökumene beschäftigte sich nicht nur mit der Geschichte, sondern sei eine Zukunftsaufgabe.

Bischof Bertram Meier (Foto: pba)

Der Augsburger katholische Bischof Bertram Meier ruft dazu auf, in der Ökumene nach vorne zu schauen. Viele Elemente, die einst der Reformator Martin Luther (1483-1546) für die geistliche Erneuerung gefordert habe, seien mittlerweile von den Katholiken aufgegriffen und ins kirchliche Leben eingebunden worden, erklärte er am Wochenende in Augsburg. „Katholiken und Protestanten sind aufeinander zugegangen und sich im Blick auf Jesus Christus sehr nahegekommen.“ Ökumene beschäftigte sich nicht nur mit der Geschichte, sondern sei eine Zukunftsaufgabe.

Vor 500 Jahren, am 3. Januar 1521 hatte Papst Leo X. Martin Luther mit der Bannbulle „Decet Romanum Ponficem“ exkommuniziert, nachdem dieser nicht bereit gewesen war, seine Thesen zu widerrufen. Stimmen, die in jüngster Zeit eine Aufhebung der Exkommunikation fordern, erteilte Meier, der der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Bayern vorsteht, eine Absage. Ein solch formaler Akt sei unnötig, denn „die Exkommunikation des Reformators wurde bereits mit seinem Tod aufgehoben“.

Die Folgen der Kirchenspaltung seien bedauerlich, so der Bischof. Doch zugleich erinnerte er daran, dass die Päpste der jüngsten Vergangenheit sich wiederholt positiv über Luther geäußert hätten. Johannes Paul II. habe Luthers Grundanliegen insofern gewürdigt, dass er auf dessen Fragen nach einem gnädigen Gott die 1999 in Augsburg unterzeichnete „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ unterstützt habe. Er habe sie als „Meilenstein auf dem ökumenischen Weg“ bezeichnet.

Benedikt XVI. wiederum bescheinigte bei seinem Besuch in Erfurt 2011 dem deutschen Reformator, ein „ehrlicher Gottsucher“ gewesen zu sein, so Meier weiter. Auch Franziskus habe für Luther positive Worte gefunden. So sei der Papst 2016 nach Schweden gereist, um gemeinsam mit dem Lutherischen Weltbund das Gedenken an 500 Jahre Reformation in ökumenischer Verbundenheit zu eröffnen.

Bei aller Dankbarkeit für das Gemeinsame gehe es darum, sich theologisch redlich mit den Fragen zu beschäftigen, „die uns noch trennen“, forderte Meier. Miteinander sei in Liebe die Wahrheit ans Licht zu heben. Augsburg komme dabei eine besondere Bedeutung zu. Dass 2030 der 500. Gedenktag an die „Confessio Augustana“, das Augsburger Bekenntnis, ansteht, könne eine Steilvorlage sein, um auf Grundlage dieser evangelischen Bekenntnisschrift den Weg der Suche nach voller Einheit geduldig und hartnäckig weiter zu gehen.

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