Nobelpreisträger gegen Verfolgung von Mikrokredit-Pionier Yunus

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Barack Obama, 103 weitere Nobelpreisträger sowie 79 internationale Persönlichkeiten protestieren gegen die gerichtliche Verfolgung von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus in Bangladesch.
Nobelpreisträger gegen Verfolgung von Mikrokredit-Pionier Yunus

Muhammad Yunus –Foto: Ralf Lotys (CC BY 4.0)

Barack Obama, 103 weitere Nobelpreisträger sowie 79 internationale Persönlichkeiten protestieren gegen die gerichtliche Verfolgung von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus in Bangladesch. “Wir sind beunruhigt darüber, dass er kürzlich zum Ziel einer unserer Ansicht nach andauernden Schikanierung durch die Justiz geworden ist”, zitiert das bangladeschische Nachrichtenportal The Daily Star aus dem Offenen Brief an Premierministerin Sheikh Hasina Wajed.

“Wir bitten Sie respektvoll, das laufende Gerichtsverfahren gegen Prof. Yunus unverzüglich auszusetzen, gefolgt von einer Prüfung der Anklage durch ein Gremium unparteiischer Richter aus Ihrem Land, unter Einbeziehung international anerkannter Rechtsexperten”, heißt es weiter in dem Schreiben. Am Sonntag äußerten auch 34 angesehene Bürger Bangladeschs ihre Besorgnis über das Verfahren gegen Yunus und drei weitere Personen, denen Verstöße gegen das Arbeitsrecht zur Last gelegt werden. Der Prozess gegen Yunus begann vergangene Woche.

Unter den Unterzeichnern des Offenen Briefes sind die Friedensnobelpreisträger Barack Obama, Osttimors Präsident Jose Ramos-Horta, und die philippinische Journalistin Maria Ressa. Weitere Prominente sind die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton, U2-Sänger Bono und der ehemalige UN-Generalsekretär Ban Ki-moon.

Muhammad Yunus (83) ist Gründer und ehemaliger Geschäftsführer der Grameen Bank, die Kleinstkredite an die Ärmsten vergibt, damit diese sich eine Existenz aufbauen können. Dafür wurde er 2006 mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

Premierministerin Hasina geht seit langem gegen Yunus vor, der sich für Demokratie, faire Wahlen und gegen Korruption einsetzt. Mit Blick auf die Parlamentswahlen im Januar 2024 verstärkt sie laut Beobachtern wieder ihre Attacken gegen Yunus, den sie in der Vergangenheit wiederholt als “Blutsauger” der Armen bezeichnete.

2007 gründete Yunus die Partei “Nagorik Shakti” (“Volksmacht”), die die damalige Oppositionspolitikerin Hasina als Angriff auf ihre Partei “Awami Liga” und sich selbst verstand. “Neulinge in der Politik sind gefährliche Elemente und sollten mit Argwohn betrachtet werden, sie schaden der Nation oft mehr als sie nützen”, sagte sie damals.

Seit 2008 gewann die Awami Liga sämtliche Parlamentswahlen. Vor der Wahl 2018 war Oppositionsführerin Khaleda Zia wegen angeblicher Korruption zu einer Haftstrafe verurteilt und damit politisch kaltgestellt worden.