Papst fordert sorgsamen Umgang miteinander im Internet und in Sozialen Netzwerken

 
Papst Franziskus mahnt einen sorgsamen Umgang miteinander im Internet und in Sozialen Netzwerken an. Das Internet sei nicht nur „Quelle von Wissen und Beziehungen“, sondern auch „ein Ort, der in besonderer Weise anfällig ist für Desinformation“, heißt es in der Papstbotschaft zum katholischen Mediensonntag, die der Vatikan am Donnerstag veröffentlichte. Auch sei das Netz anfällig für „eine bewusste und gezielte Deformierung von Fakten und zwischenmenschlichen Beziehungen, die oft diskreditierende Züge annehmen“.

Franziskus wirbt für ein Netz des Dialogs und der Gemeinschaft in Ergänzung zu realen Beziehungen. „Das ist das Netz, das wir wollen. Ein Netz, das nicht als Falle genutzt wird, sondern der Freiheit und dem Schutz einer Gemeinschaft freier Menschen dient.“

Dementsprechend ruft er auf, die Vision eines freien, offenen und sicheren Netzes zu bewahren und dessen positive Nutzung zu fördern. Deutlich kritisiert Franziskus die Nutzung Sozialer Netzwerke als Plattform für Verdächtigungen und Vorurteile: „Dieser Trend ist ein Nährboden für Gruppierungen, die Heterogenität ausschließen und auch im digitalen Bereich einen ungezügelten Individualismus nähren, ja manchmal sogar regelrechte Lawinen des Hasses lostreten.“

Ebenso verurteilt das Kirchenoberhaupt Cybermobbing und den Missbrauch personenbezogener Daten. Besonders junge Leute mahnt der Papst, sich nicht in der virtuellen Realität zu verlieren und sich so von anderen zu isolieren.

Der „Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel“ steht 2019 unter dem Motto „‚Denn wir sind als Glieder miteinander verbunden‘. Von den Social Network Communities zur menschlichen Gemeinschaft“. Er wird zumeist am Sonntag vor Pfingsten begangen (dieses Jahr am 2. Juni), in Deutschland hingegen am zweiten Sonntag im September.

Eingeführt wurde der Aktionstag 1967 von Papst Paul VI. (1963-1978). Dazu veröffentlicht der Papst alljährlich eine Botschaft am 24. Januar, dem Fest des heiligen Franz von Sales, Patron der Journalisten. Darin setzt er sich jeweils mit einem Aspekt der Medienwelt auseinander.

Papst Franziskus zu Vorurteilen in sozialen Netzwerken

„Man definiert sich über das, was trennt, und nicht über das, was eint. Damit schafft man eine Plattform für Verdächtigungen und die Äußerung aller Arten von Vorurteilen (ethnische, sexuelle, religiöse und andere). Dieser Trend ist ein Nährboden für Gruppierungen, die Heterogenität ausschließen und auch im digitalen Bereich einen ungezügelten Individualismus nähren, ja manchmal sogar regelrechte Lawinen des Hasses lostreten. Das, was ein Fenster zur Welt sein sollte, wird so zu einem Schaufenster, in dem man den eigenen Narzissmus zur Schau stellt.“

Papst Franziskus zum Internet

„Das ist das Netz, das wir wollen. Ein Netz, das nicht als Falle genutzt wird, sondern der Freiheit und dem Schutz einer Gemeinschaft freier Menschen dient. Die Kirche selbst ist ein von der eucharistischen Gemeinschaft geknüpftes Netz, wo die Einheit nicht auf ‚Likes‘, sondern auf der Wahrheit, auf dem ‚Amen‘ beruht, mit dem jeder seine Zugehörigkeit zum Leib Christi zum Ausdruck bringt und die anderen annimmt.“

Papst Franziskus zur Isolation durch Soziale Netzwerke

„Besonders junge Menschen sind anfällig für die Illusion, dass die Sozialen Netzwerke ihnen in Sachen Beziehungen alles geben könnten, was sie brauchen. Das kann schließlich sogar zum gefährlichen Phänomen jugendlicher ‚Sozial-Eremiten‘ führen, die Gefahr laufen, sich völlig von der Gesellschaft zu entfremden. Diese dramatische Dynamik offenbart einen schweren Riss im Beziehungsgefüge der Gesellschaft, einen Riss, den wir nicht ignorieren können.“

kna
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