Katholische Jugendverbände enttäuscht vom Anti-Missbrauchsgipfel

Die im Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) zusammengeschlossenen Jugendverbände sind enttäuscht von den Ergebnissen des Anti-Missbrauchsgipfels im Vatikan. „Es wurde beim Treffen der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen nur teilweise erkannt, dass die Probleme struktureller Art sind“, sagte der BDKJ-Bundesvorsitzende Thomas Andonie am Sonntag in Düsseldorf.

(Foto: BDKJ)

Der Dachverband vieler katholischer Jugendverbände sieht die Bischöfe weltweit nun in der Pflicht, vor Ort die nötigen strukturellen Veränderungen anstoßen. So seien auch die deutschen Bischöfe gefragt, ihr Engagement zu intensiveren: „Solange es keine unabhängigen Untersuchungen der Vertuschung, keine Übernahme von persönlicher Verantwortung und keine angemessenen Entschädigungszahlungen gibt, ist der häufig formulierte Wille zur Veränderung für uns nicht glaubwürdig.“ Außerdem brauche es eine grundsätzliche Begrenzung klerikaler Macht, denn sexualisierte Gewalt sei vor allem eine Form von Machtmissbrauch.

Ein großes Problem sähen viele in einer weithin wahrgenommenen Doppelmoral der katholischen Kirche, ergänzte die BDKJ-Bundesvorsitzende Lisi Maier: „Junge Menschen sehen auf der einen Seite die in ihren Augen rigide Sexualmoral der katholischen Kirche und auf der anderen Seite unbestrafte Täter sexualisierter Gewalt. Das Vertrauen junger Menschen in kirchliche Institutionen ist schwer erschüttert.“ Der BDKJ sehe aber auch die Bemühungen zur Prävention sexualisierter Gewalt, „gerade in Deutschland“, so Maier weiter. Dieser Weg müsse intensiviert fortgesetzt werden.

kna
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