Religionsvertreter gratulieren von der Leyen zu neuem Amt

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat Ursula von der Leyen im Namen der Bischofskonferenz zu ihrer Wahl als neue EU-Kommissionspräsidentin gratuliert. Für die vor ihr liegende Aufgabe wünsche er ihr mutige Visionen, viel Kraft, die nötige Unterstützung und Gottes Segen, schreibt Marx in einem Brief.

(Foto: Wolfgang Roucka/Erzbischöfliches Ordinariat München [CC BY-SA 3.0/Wikimedia])

„Sie übernehmen dieses Amt in einer entscheidenden Phase der europäischen Integration, in der lebhaft über die Zukunft unseres gemeinsamen Hauses Europa gestritten wird. Gerade in diesen Zeiten dürfen wir Ihnen dankbar sein, dass Sie zur Übernahme dieses wichtigen Amtes bereit sind“, so der Kardinal weiter. Dieser Dank gelte auch angesichts ihres Einsatzes als CDU-Bundesministerin in verschiedenen Ressorts, zuletzt Verteidigung.Die 60-Jährige habe wiederholt bewiesen, dass sie geprägt sei von der Weite eines europäischen Geistes. „Heute und künftig brauchen wir eine Europäische Union, zu deren obersten Zielen Stabilität, Verlässlichkeit und Rechtsstaatlichkeit gehören und die sich von ihrer Verpflichtung als erfolgreiches Friedensprojekt und Garant europäisch geprägter Werte leiten lässt“, so Marx. „Ich bin fest davon überzeugt, dass Sie dank ihrer langjährigen, reichen politischen Erfahrung, die tief vom christlichen Menschenbild geprägt ist, beste Voraussetzungen für diese Aufgabe mitbringen.“

Auch die EU-Bischofskommission COMECE gratulierte der neugewählten Präsidentin. „Auch als Nicht-Deutscher kann man die Wahl von Ursula von der Leyen nur begrüßen“, sagte COMECE-Hauptreferent und Entsandter der österreichischen Bischofskonferenz Michael Kuhn dem Kölner Portal domradio.de. „Es ist gut, dass eine Frau am Ruder steht, nach so vielen Jahrzehnten von Männern.“ Zudem sei sie „durchaus durchsetzungsfähig und selbstbewusst genug für das Amt“. In der Rede von von der Leyen seien einige wichtige Punkte dabei, „die im Moment auch Hauptanliegen der COMECE sind“. Dazu zählten „sehr ambitionierte Klimapläne“ und „ein sozialeres Europa“.

Auch der Jüdische Weltkongress (WJC) gratulierte von der Leyen. WJC-Präsident Ronald S. Lauder zeigte sich am späten Dienstagabend in New York zuversichtlich, dass unter ihrer Führung die Mechanismen zur Identifizierung und Ausrottung von Antisemitismus verstärkt würden. Antisemitismus sei eine große Bedrohung für weite Teile des europäischen Judentums. Die EU-Kommission habe bedeutende Schritte für den Schutz und die Sicherheit von jüdischen Gemeinschaften auf dem Kontinent getan.

Von der Leyen war am Dienstagabend zur neuen Kommissionspräsidentin gewählt worden. 383 Abgeordnete stimmten in einer geheimen Wahl für die Deutsche, 327 stimmten gegen sie und 22 enthielten sich bei der Abstimmung in Straßburg. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten von der Leyen am 2. Juli als zukünftige EU-Kommissionspräsidentin vorgeschlagen. Die Amtszeit des Luxemburgers Jean-Claude Juncker läuft am 31. Oktober aus. In Deutschland soll CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer von der Leyen als Verteidigungsministerin folgen.

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