Abschied von „Schwester Oberin“

Als im Jahr 1885 drei Schwestern der Mauritzer Franziskanerinnen in Osterfeld mit der Krankenpflege begannen, ahnten sie wohl nicht, damit die Gründung der Krankenstation den Grundstein für das heutige St. Marien-Hospital gelegt zu haben. Seither wirkte die Ordensgemeinschaft als feste Instanz christlicher Fürsorge im örtlichen katholischen Krankenhaus war. Nun verlässt Schwester M. Gabriele Löpenhaus als letzte Franziskanerin das Hospital.

Mit einer festlichen Abschiedsfeier im St. Marien-Hospital verabschiedeten sich Mitarbeiter, Führungskräfte und viele mit ihr verbundenen Wegbegleiter von ihrer „Schwester Oberin“, wie sie auch heute noch von langjährigen Mitarbeitern genannt wird. Der ärztliche Direktor PD Dr. Christoph Zimmermann berichtete über ihren unermüdlichen Einsatz. „Schwester Gabriele hat der Seelsorge im St. Marien-Hospital ein Gesicht gegeben und war immer nah am Geschehen“, sagte er. „Wir werden sie sehr vermissen, denn dank ihres herzlichen Wesens und stets offenem Ohr war sie für Patienten, Angehörige und Mitarbeiter ein wichtiger Fels in der Brandung und rund um die Uhr für sie da.“

Als Schwester Gabriele 1999 ihren Dienst in Osterfeld als Leiterin der Schwestergemeinschaft antrat, waren neben ihr noch sieben weitere Ordensschwestern unter anderem in der Pflege oder in der Küche eingesetzt. Schwester Gabriele lagen nicht nur die Sorgen und Nöte der Menschen am Herzen, sondern auch die Kapelle als Ort der Ruhe und Stille aber auch des Zusammenkommens und Besinnens. So füllte sie gerne die kurz nach ihrer Ankunft vakant gewordene Stelle in der Seelsorge aus. Über die seelsorgerische Arbeit konnte sie vielen Menschen in persönlichen Gesprächen ihre Sorgen und Ängste nehmen und sie in einer schwierigen Lebensphase begleiten und Ihnen im Gebet Kraft zusprechen.

So fügten sich Ihre Aufgaben gut zusammen: Die Kontakte in der Seelsorge und die Unterstützung der Gottesdienste in der Krankenhaus Kapelle. Dank ihrer Initiative war der Glaubensort zu allen Zeiten des Jahres entsprechend einladend ausgestattet und geschmückt. Neben dem Krankenhausalltag begleitete sie auch das Gemeindeleben in Osterfeld. „Gerne nahm ich am Gemeindeleben teil, so sind in den 20 Jahren enge Freundschaften entstanden, die mich über meine Zeit in Osterfeld hinaus begleiten werden“, sagt sie.

Schon 2017 hat sich Schwester Gabriele aus der Seelsorge verabschiedet und ehrenamtliche Aufgaben in der Gemeinde St. Pankratius angenommen. Im August desselben Jahres wurde sie in den Provinzrat der Ordensgemeinschaft gewählt und ist seither zwischen dem Mutterhaus in Münster und Osterfeld gependelt. Am 28. Juli wird sich Schwester Gabriele ganz nach Münster verabschieden, um fortan ihren dortigen Aufgaben gerecht zu bleiben und die heutige Zeit im Blick zu behalten. Sie betont: „Ich gehe voller Dankbarkeit zurück. Im Gebet und über meine Kontakte bleibe ich der Gemeinde und dem Krankenhaus treu verbunden.“

In einem feierlichen Gottesdienst wird Schwester Gabriele am kommenden Sinntag aus der Osterfelder Kirchengemeinde verabschiedet. Der Gottesdienst beginnt um 11.30 Uhr in der St. Pankratiuskirche an der Bottroper Straße 173.

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