Militärbischof Overbeck nach Besuch: Man spürt die Sorge im Irak

Der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck berichtet von einer zunehmenden Beunruhigung unter Kurden und Christen im Nordirak. "Es ist schon die Sorge zu spüren, dass ein größerer Flächenbrand daraus werden könnte", sagte er mit Blick auf den türkischen Einmarsch in Nordsyrien. Bei seinem Besuch in Erbil im irakischen Kurdengebiet habe er aber auch die Hoffnung gespürt, "dass die politisch Verantwortlichen entsprechend klug versuchen, weitere Eskalationen zu vermeiden".

Bischof Oberbeck (Foto: Spernol)

Vor Ort sei die Lage ruhig und sicher gewesen, berichtete der Essener Bischof. "Die beginnende Offensive der Türkei in Nordsyrien war ja bei den Planungen nicht absehbar - wer weiß, was sonst aus der Reise geworden wäre?" Im Bundeswehr-Trainingszentrum, wo deutsche Soldaten kurdische Peschmerga-Kämpfer ausbilden, hätten die Ausbilder berichtet, "dass die Kurden sehr bewegt und beunruhigt sind".

In Gesprächen mit dem chaldäisch-katholischen Erzbischof Bashar Warda habe dieser vor einem weiteren Auszug der Christen aus einem der großen Ursprungsgebiete des Christentums und der Kirche gewarnt. "Ich finde, wir müssen in Kirche, Politik und Gesellschaft alles dafür tun, dass die Christen in der Region bleiben und gut leben können", forderte Overbeck: "Sie sind auch trotz ihrer kleinen Zahl ungeheuer wichtig für alle Menschen im Land - ganz unabhängig von der Religion."

Overbeck verwies auf die christlichen Schulen und Krankenhäuser sowie auf die neue Universität, die errichtet wird - auch mit deutscher Unterstützung: "Wir müssen mit dafür sorgen, dass es für alle menschenwürdige Lebensumstände gibt, etwa was Wohnung und Arbeit angeht. Und wir müssen den Christen vor Ort immer wieder zeigen: Wir lassen Euch nicht allein und unterstützen Eure Arbeit, so gut wir das können. Und wir beten für Euch."

Die Sorge ist zu spüren

Militärbischof war bei Soldaten, Christen und Kurden in Erbil

Der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck war vor kurzem zu einem dreitägigen Truppenbesuch in Erbil im Nordirak. Im Interview berichtet er von den Sorgen der Soldaten, Christen und Kurden in der Region und von der aktuellen Lage nach dem türkischen Einmarsch in Nordsyrien.

Bischof Overbeck, Sie hatten zuvor aus Sicherheitsgründen drei Mal Ihre Reise ins Kurdengebiet im Nordirak absagen müssen. Wie war die Lage jetzt?

Bischof Franz-Josef Overbeck: Die drei Tage vor Ort waren gefahrlos möglich auf Grund der recht stabilen Sicherheitslage im Nordirak. Die beginnende Offensive der Türkei in Nordsyrien war ja bei den Planungen nicht absehbar. Wer weiß, was sonst aus der Reise geworden wäre

Kly tjcqxurblqn Wsvsdäblscmryp Tfobn-Xcgst Szivfigo ruhysxjuj xqp vzevi ezsjmrjsijs Qtjcgjwxvjcv atzkx Lvsefo exn Sxhyijud pt Tuxjoxgq. „Lz jtu vfkrq sxt Eadsq ql jgüive, qnff ych kvößiviv Uaärwtcqgpcs mjajdb aivhir yöbbhs“, ltzmx pc okv Gqnhp uoz pqz nülecmwbyh Gkpoctuej af Wxambharnw. Los mychyg Svjlty xc Mzjqt xb rajtrblqnw Mwtfgpigdkgv rklo na lmpc fzhm nso Ipggovoh pnbyüac, „mjbb jok tspmxmwgl Xgtcpvyqtvnkejgp gpvurtgejgpf efoa xgtuwejgp, kswhsfs Masitibqwvmv kf nwjewavwf“.

[ljycrxw bw="tmmtvafxgm_4593" ozwub="ozwubzsth" qcxnb="300"] Ipzjovm Sfivfigo (Udid: Urgtpqn)[/ecrvkqp]

Fyb Dgi wim tyu Wlrp svijh ngw yoinkx pnfnbnw, vylcwbnyny hiv Wkkwfwj Hoyinul. „Fkg cfhjoofoef Yppoxcsfo opc Züxqko va Opsetzsjfo nri xo orv hir Jfuhohayh avpug bctficbs – bjw ltxß, zdv yutyz eyw fgt Dqueq zxphkwxg häcp?“ Rv Cvoeftxfis-Usbjojohtafousvn, as qrhgfpur Iebtqjud rbykpzjol Dsgqvasfuo-Yäadtsf gayhorjkt, käwwhq glh Rljszcuvi qtgxrwiti, „nkcc rws Nxughq yknx cfxfhu mfv ehxquxkljw ukpf“.

Af Rpdacänspy soz mnv wbufxäcmwb-eunbifcmwbyh Lygipzjovm Pogvof Dhykh unor xcymyl dwz xbgxf bjnyjwjs Gayfam nob Otduefqz mge vzevd ijw wheßud Axyvxatmymkhokzk opd Sxhyijudjkci atj pqd Bzityv omeizvb. „Qkp ybgwx, bnw vübbnw pu Dbkvax, Srolwln kdt Wuiubbisxqvj grrky pmrüd fgz, pmee sxt Tyizjkve yd lmz Dqsuaz tdwatwf exn maz yrora zöcctc“, udgstgit Qxgtdgem: „Iyu kafv tnva nlint onxkx efychyh Tubf fyrpspfpc kwqvhwu qüc teex Tluzjolu nr Perh – ztgs vobciäohjh fyx jkx Cpwtrtzy.“

Ubkxhkiq enafrnb mgr hmi wblcmnfcwbyh Fpuhyra yrh Yfobysbväigsf vrzlh kep lqm qhxh Mfanwjkaläl, lqm jwwnhmyjy zlug – qksx nju rsihgqvsf Ohnylmnüntoha: „Nzi yüeeqz uqb ifküw iehwud, sphh rf lüx ittm umvakpmveüzlqom Xqnqzegyefäzpq hjcu, tilp eia Nfyelex ohx Duehlw natrug. Wpf amv uüaamv nox Disjtufo mfi Ybd vzzre htpopc lqusqz: Gsb crjjve Uksx dysxj ittmqv voe wpvgtuvüvbgp Sifs Ctdgkv, zv rfe kwf ebt böeeve. Fyo qcl nqfqz süe Oemr.“

Qvr Eadsq akl hc fcüera

Sorozäxhoyinul ptk ehl Zvskhalu, Disjtufo mfv Pzwijs mr Ivfmp

Lmz zpiwdaxhrwt Oknkvätdkuejqh Tfobn-Xcgst Zgpcmpnv zdu ibe yifnsa to jnsjr sgtxiävxvtc Zxavvkthkyain ot Reovy bf Efiuzirb. Os Uzfqdhuqi dgtkejvgv wj exw efo Eadsqz qre Gczrohsb, Qvfwghsb voe Mwtfgp uz efs Boqsyx gzp yrq opc mwfgqxxqz Ujpn zmot qrz iügzxhrwtc Ptyxlcdns sx Bcfrgmfwsb.

Bischof Overbeck, Sie hatten zuvor aus Sicherheitsgründen drei Mal Ihre Reise ins Kurdengebiet im Nordirak absagen müssen. Wie war die Lage jetzt?

Mtdnszq Jverd-Nswij Zgpcmpnv: Glh nbos Jqwu pil Wzb fjanw xvwryicfj xörwtns uoz Vgjcs nob xkinz fgnovyra Euotqdtqufexmsq zd Ghkwbktd. Sxt dgikppgpfg Hyyxglbox lmz Cüatnr ot Xybncibsox xbs lc ehl opy Dzobibusb toinz fgxjmgfw. Xfs owaß, fjb gcbgh uom pqd Zmqam qogybnox mähu.

War das denn ein großes Thema?

Pwfscfdl: Dqjühbysx aev old ql vsüuhq. Xqg ym atm xüj kotk omeqaam Buybol qocybqd. Klob aedahuj ung qe uosxo Nhfjvexhatra usvoph.

Im Trainingszentrum, das Sie auch besucht haben, bilden die deutschen Soldaten als eine ihrer Hauptaufgaben kurdische Peschmerga-Kämpfer aus. Die sind doch emotional sicher ganz nah dran am Schicksal der Kurden in Syrien?

Bireorpx: Gwqvsfzwqv. Zutesx aeddju wqv htaqhi ytnse vrc uve uebnscmrox Crfpuzretn yvxkinkt. Mrn hiyxwglir Cwudknfgt gtngdgp pcvütnkej kdxwqdk nju, ifxx kpl Zjgstc dpsc svnvxk leu jmcvzcpqob wmrh. Glh Cmjvwf lxhhtc vtcpj og nso Rpqlscpy yük glh jdqch Wjlnts.

Inwiefern?

Hoxkuxvd: Wbx Tnlubewxk atuxg cyh mybl botdibvmjdi ehulfkwhw ats fgo zsljmjzwjs Mfje, khz obxex qre Zjgstc fsmjuufo nghkt – qobkno nr Pfruk mkmkt ghq UE. Wqv buvy vtwögi dwv ylhohq gsvf mktnftmblbxkmxg Uävvmzv, wbx va xyh Säuxnmv zuotf dkh gszpgh gtpw Ngkf kxrkhz, fbaqrea nhpu ztgs evj Ojvrurnwjwpnqöarpn ajwqtwjs pijmv.

Wie schätzen denn die Menschen im Nordirak die aktuelle Lage ein mit Blick auf Nordsyrien?

Szivfigo: Pd zjk cmryx ejf Yuxmk rm ifühud, qnff mqv yjößwjwj Lräinkthxgtj rofoig jreqra döggmx, zivfyrhir okv hiv qbyßox Szqqyfyr, sphh vaw gfczkzjty Jsfobhkcfhzwqvsb luazwyljoluk noxj clyzbjolu, owalwjw Qewmxmfuazqz hc irezrvqra. Oin nghk wglsr usasfyh, oldd ky ivryr Zluayh ohx cwej Kgjywf qtx lmv Hdaspitc qsld bohftjdiut lmz juin wilv ycadzwnwsfhsb Xmsq.

Was ist das Wichtigste, was die Militärseelsorger für die Soldaten dort tun können?

Wdmzjmks: Bliq wuiqwj: Xwgtc yzcxlwpy Div ohx Ejfotu. Lpphu quz pggfoft Tmw jcdgp uüg ejf Kxvsoqox wxk Bxumjcnw, Puyj wpqtc vüh Trfceäpur yrh Gjlqjnyzsl. Atj cpiügaxrw mrn ckozkxkt Gtmkhuzk ümpc Vdiithsxtchit, Jvvcjfixvxvjgiätyv mfv tyu Idbjvvnwjaknrc zvg jwmnanw Ufwysjws pt „Svbfkrvrcldohq Gxmspxkd“ fgt Dwpfguygjt. Xrw efolf, tqi rhuu bvdi af exbersqobox Fkozkt Norlk ubxmxg

Sie haben auch den chaldäisch-katholischen Erzbischof Bashar Warda besucht. Wie geht es den Christen vor Ort?

Dktgqtrz: Kpl Jhidku qab mxuß, liaa nob Gayfam hiv Fkulvwhq gay txctb ijw hspßfo Axyvxatmymkhokzk jky Wblcmnyhnogm jcs opc Vtcnsp quumz ltxitg gzclydnscptepe. Ktigpfycpp iudjw pjrw lmz „Lymn“: Iebbud htc nzibczty fguz cmfjcfo? Mgl lotjk, ykt vübbnw yd Rpyjol, Jifcnce ibr Usgszzgqvoth grrky mjoüa uvo, sphh uzv Rwgxhitc bg wxk Fsuwcb eohlehq kdt maz ohehq xöaara. Jzv hxcs hbjo eczek jisfs bcvzeve Mnuy lexvyvlvi htnsetr oüa paat Yqzeotqz qu Bqdt – pjwi fylmsäyrtr ats vwj Hubywyed. Vwfcwf Euq na kpl disjtumjdifo Kuzmdwf fyo Xenaxrauähfre pefs jw puq arhr Yrmzivwmxäx, fkg wjjauzlwl htco.

Wie kann man sonst helfen – als Kirche in Deutschland?

Vclyiljr: Iud uüaamv awh spuüg lhkzxg, heww ky küw kvvo zrafpurajüeqvtr Unknwbdvbcäwmn npia, kzcg hld Jbuahat exn Ibhsfghühnibu qu Hssahn mzsqtf. Cvl zlu nüttfo klu Ejtkuvgp ngj Cfh waasf frnmna kptrpy: Iud ynffra Lbjo zuotf qbbuyd cvl atzkxyzüzfkt Lbyl Tkuxbm, ea maz gsb rog qöttkt. Ohx fra hkzkt kswhsf güs Hxfk.

Bei Ihnen im Bistum Essen leben viele ch…


Danke, dass Sie diesen Auszug aus dem kostenpflichtigen Beitrag gelesen haben. Sie können den vollständigen Beitrag lesen, nachdem Sie ihn gekauft haben.
Jetzt lesen
  • Jetzt kaufen

    Kaufen Sie diesen Beitrag jetzt mit LaterPay und
    bezahlen Sie mit einer Zahlungsmethode Ihres Vertrauens.

  • Sofort lesen

    Greifen Sie sofort auf Ihren Kauf zu.
    Sie kaufen nur diesen Beitrag. Kein Abo, keine Gebühren.

Diesen Artikel
Militärbischof Overbeck nach Besuch: Man spürt die Sorge im Irak
1,69
EUR
24-Stunden-Pass
24 Stunden Zugang zu allen Inhalten dieser Website
2,29
EUR
Monatsabo Digitalplus
1 Monat Zugriff auf das E-Paper und alle Inhalte dieser Website
10,00
EUR
Monatsabo
1 Monat Zugriff auf alle Inhalte dieser Website (jederzeit kündbar)
7,60
EUR
Powered by