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Dreyer: Schulen sollen schrittweise wieder öffnen

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), hat einen Stufenplan zur Wiedereröffnung der Schulen angekündigt. „Wir werden beim Schulstart einen Stufenplan vorsehen, um immer wieder sehen zu können, wie sich das Infektionsgeschehen entwickelt“, sagte Dreyer der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Mittwoch) vor der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Mittwoch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

((Symbolfoto: Taken /Pixabay)

Mit welchen Klassenstufen man beginne, sei noch offen. „Der Einwand, dass es gerade für jüngere Schülerinnen und Schüler schwieriger ist, sich an die empfohlenen Hygienestandards zu halten, ist auf jeden Fall nachvollziehbar und gut zu überlegen“, sagte Dreyer. Sie befürwortete auch die Verpflichtung, Schutzmasken im öffentlichen Nahverkehr zu tragen. „Einfache Atemmasken können ein probates Mittel sein, um andere zu schützen. Das ist besonders wichtig, wenn der Mindestabstand nur schwer einzuhalten ist, wie in Bussen oder Bahnen“, sagte Dreyer.

Lehrerverband hält Schulstart in der kommenden Woche nicht für sinnvoll

Der Deutsche Lehrerverband hält einen Schulstart in der kommenden Woche nicht für sinnvoll. Man benötige Zeit, um etwa Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln vorzubereiten, sagte Präsident Heinz-Peter Meidinger im ARD-Fernsehen. Außerdem gelte es, Klassenräume anders zu möblieren. Es brauche schon eine Woche, bis man das alles hinbekomme. Am frühen Nachmittag will Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Regierungschefs der Länder das weitere Vorgehen abstimmen.

Meidinger forderte eine Wiederöffnung der Schulen zunächst nur für Schülergruppen, die sich auf den Übertritt zu weitergehenden Schulen oder Abschlussprüfungen vorbereiten müssen. Bund und Länder müssten festlegen, welche Schülergruppen am dringlichsten wieder auf Präsenzunterricht angewiesen seien, sagte der Chef des Lehrerverbandes der „Rheinischen Post“.

Halbierung von Klassen

„Das sind an Grundschulen die Viertklässler, weil sie sich auf den Übertritt vorbereiten, und an Gymnasien, Realschulen und Berufsschulen die Abschlussklassen, weil bei denen die Abschlussprüfungen anstehen“, sagte Meidinger. „Wenn maximal nur die Hälfte des Präsenzunterrichts erteilt wird, ist eine Halbierung von Klassen möglich, weil dann genügend Lehrkräfte und Räume zur Verfügung stehen“, sagte er.

NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) hat am Mittwochmorgen seinen Vorstoß bekräftigt, Kitas bald wieder zu öffnen – allerdings vorerst nur für ältere Kinder, die im Sommer auf die Schule wechseln, wie der Minister in einem Interview auf WDR 2 sagte. Die Landesregierung werde demnach diesen Schritt jedoch nur veranlassen, „wenn vor Ort gesichert ist, dass die Hygiene-Maßnahmen eingehalten werden“. Ältere Kinder könnten die Hygienregeln „noch am besten einstudieren“. Ob es in der Folge weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen geben werde, hänge indes von jedem Bürger mit ab, so Stamp weiter. „Wenn wir weiterhin diszipliniert bleiben, kann es in den kommenden Wochen schrittweise weitere Lockerungen geben.“

Giffey lehnt Leopoldina-Empfehlung zu Kitas ab

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) erklärt, sie lehne die Empfehlungen der Leopoldina-Akademie ab, wonach die Kitas bis zum Sommer geschlossen bleiben sollen. Im ARD-Morgenmagazin sagte die Ministerin am Mittwoch: „Ich halte das nicht für einen guten Weg. Wir müssen hier zu einer schrittweisen Rückkehr zur Normalität kommen.“

Die Ministerin verwies auf die Bedürfnisse von Eltern, die in systemrelevanten Berufen arbeiteten, sowie von erwerbstätigen Alleinerziehenden. „Wir reden aber auch aus Kindersicht von den Kindern, die jetzt in den letzten Monaten vor der Grundschule stehen, die gerade vorbereitet werden auf die Grundschule, was auch aus pädagogischen Gründen wichtig ist. Wir reden auch über soziale Auswirkungen, über die Frage von Kindern, die eher in einer schwierigen Lage zu Hause leben.“

Nicht mehr als fünf Kinder plus Erzieherin

Wenn man die Überlegung anstelle, dass nicht mehr als fünf Kinder plus Erzieherin in einem Raum sein sollten, bedeute dies bei einer Kapazität von rund drei Millionen Kitaplätzen, dass rund 1,1 Millionen Plätze zur Verfügung stünden, erläuterte die Ministerin. „Dazu müsste überlegt werden, wer zunächst dort mit hin kann.“

kna
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