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Abholzung im brasilianischen Amazonaswald steigt weiter an

Die Abholzung im brasilianischen Amazonaswald steigt weiter an. Im Mai wurden zwölf Prozent mehr Wälder gerodet als im Mai des Vorjahres, wie Medien am Freitag (Ortszeit) unter Berufung auf Daten des staatlichen Klimainstituts Inpe berichteten. Von Januar bis einschließlich Mai wurden demnach 34 Prozent mehr Waldflächen abgeholzt als in den ersten fünf Monaten 2019.

Luftaufnahme des Amazonasregenwaldes rund 400 Kilometer südlich von Manaus (Foto: Adveniat)

Für den Mai registrierte das auf Satellitenbilder gestützten Frühwarnsystems Deter mit 829 Quadratkilometern gerodeter Fläche den höchsten Wert seit Beginn der Messungen im Jahre 2015. Sollte sich der derzeitige Trend auch während der nun einsetzenden Trockenzeit fortsetzen, könnte sich der Kahlschlag nach Schätzung von Experten im aktuellen Berechnungszeitraum von August 2019 bis einschließlich Juli 2020 auf 12.000 Quadratkilometer belaufen.

Experten sind beunruhigt

Die davor liegende Messperiode von August 2018 bis Juli 2019 hatte 10.129 Quadratkilometer Waldverlust ergeben, der höchsten Stand seit 2008. Ihren bisherigen Rekordwert in diesem Jahrhundert hatte die Abholzung 2004 mit 27.772 Quadratkilometern. Nachdem die Linksregierung der Arbeiterpartei (PT) strengere Kontrollen eingeführt hatte, sanken die Zahlen stetig; 2012 wurde ein Tiefststand von 4.571 Quadratkilometern erreicht.

Experten sind beunruhigt, weil die Rodungen im nun anstehenden Juni und Juli stets besonders hoch sind. Im vergangenen Jahr hatte die Explosion der Abholzungszahlen Mitte des Jahres zu internationalen Spannungen zwischen Brasilien und europäischen Ländern geführt. Präsident Jair Messias Bolsonaro kommandierte nun bereits im Mai diesen Jahres Militäreinheiten in den Amazonaswald ab, um illegale Rodungen und Brände zu verhindern. Der Einsatz wurde Ende der Woche bis Mitte Juli verlängert.

kna
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