Papst eröffnet Karwoche mit Aufruf zum Staunen im Glauben

Mit einer Messe zum Palmsonntag hat Papst Franziskus im Vatikan die Feiern der Kar- und Ostertage eröffnet.
Vatikanstadt – Mit einer Messe zum Palmsonntag hat Papst Franziskus im Vatikan die Feiern der Kar- und Ostertage eröffnet. Im Gottesdienst zur Erinnerung an den Einzug Jesu in Jerusalem rief er dazu auf, sich im persönlichen Glauben wieder mehr erstaunen zu lassen. "Ein christliches Leben ohne Staunen wird grau", so das Kirchenoberhaupt. Zeugnis von Jesus Christus könne nur geben, wer immer wieder neu darüber staunt, wie groß Gottes Liebe zu den Menschen ist.

Papst Franziskus (Archivfoto: © Palinchak | Dreamstime.com)

Mit einer Messe zum Palmsonntag hat Papst Franziskus im Vatikan die Feiern der Kar- und Ostertage eröffnet. Im Gottesdienst zur Erinnerung an den Einzug Jesu in Jerusalem rief er dazu auf, sich im persönlichen Glauben wieder mehr erstaunen zu lassen. „Ein christliches Leben ohne Staunen wird grau“, so das Kirchenoberhaupt. Zeugnis von Jesus Christus könne nur geben, wer immer wieder neu darüber staunt, wie groß Gottes Liebe zu den Menschen ist.

Papst gedenkt der Opfer

Als mögliche Gründe für das verlorene Staunen vieler Christen nannte der Papst Glaubensgewohnheit, eigenes Bedauern, lähmende Unzufriedenheit oder verlorenes Vertrauen, das Gefühl, nichts wert zu sein. Dagegen gelte es, sich von Jesus in Staunen versetzen zu lassen, „denn der Sinn des Lebens liegt nicht im Haben und in der Selbstbehauptung, sondern darin, dass man entdeckt, dass man geliebt ist“.

Beim Mittagsgebet des Angelus am Ende der Messe bat der Papst auch um das Gebet für die Opfer des Anschlags vor der Kathedrale von Makassar in Indonesien. Medienberichten zufolge wurden bei einer von Selbstmordattentätern verursachten Explosion mindestens 14 Menschen verletzt.

Traditionelle Prozession entfällt

Wie im Vorjahr entfiel beim Palmsonntagsgottesdienst auch dieses Mal die traditionelle Prozession auf dem Petersplatz, die an den Einzug Jesu in Jerusalem erinnert. Stattdessen feierte Franziskus mit rund 150 Gläubigen, darunter 30 Kardinälen, im vorderen Teil des Petersdoms.

Die Reihe der besonderen Gottesdienste in der Karwoche wird fortgesetzt am Gründonnerstag. Dann hält der Papst morgens die sogenannte Chrisam-Messe, bei der für Weihe- und Segenshandlungen benötigte Öle geweiht werden. Vor der Pandemie versammelten sich zu diesem Anlass sämtliche Priester des Bistums Rom um ihren Oberhirten; dieses Mal sollen nur Mitglieder des Priesterrats teilnehmen.

Weitere Planung mit Fragezeichen

Wie das Kirchenoberhaupt die Abendmahlsfeier am Gründonnerstagabend begeht, ist bisher nicht bekannt. In früheren Jahren pflegte Franziskus das Gedenken an den letzten Abend Jesu mit seinen Jüngern in einer Sozial- oder Vollzugseinrichtung zu feiern. Voriges Jahr zelebrierte er die Messe im Chorraum des Petersdoms und verzichtete auf den Ritus der Fußwaschung. Dieses Jahr ist in Sankt Peter eine Feier unter Leitung des 87 Jahre alten Dekans des Kardinalskollegiums Giovanni Battista Re vorgesehen.

An Karfreitag erinnert der Papst um 18 Uhr in der vatikanischen Basilika an das Leiden und Sterben Christi. Der sonst am Kolosseum stattfindende abendliche Kreuzweg, der die Stationen des Leidensweges Jesu von seiner Gefangennahme bis zum Begräbnis symbolisch nachgeht, wird wie im ersten Corona-Jahr auf den Petersplatz verlegt und unter weitgehendem Ausschluss persönlich anwesender Teilnehmer abgehalten.

Osternachtsfeier vor der Ausgangssperre

Die Osternachtsfeier, in der die Kirche der Auferstehung Jesu gedenkt, beginnt an Karsamstag bereits um 19.30 Uhr und endet eine halbe Stunde vor der ab 22 Uhr geltenden Ausgangssperre. Am Ostersonntag feiert Franziskus um 10 Uhr den Festgottesdienst; um 12 Uhr spendet er den Segen „Urbi et orbi“ (Der Stadt und dem Erdkreis). Wie schon zu Weihnachten hält er die dazugehörende Ansprache in der Benediktionsaula über dem Eingangsbereich des Peters

Von Roland Juchem (KNA)
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