Bätzing: Schritte zur Einheit weitergehen

Drei Wochen vor dem Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) hat der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, seinen Willen zu einer Annäherung an die evangelische Kirche bekräftigt.
Frankfurt – Drei Wochen vor dem Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) hat der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, seinen Willen zu einer Annäherung an die evangelische Kirche bekräftigt. "Wir wollen Schritte zur Einheit weitergehen", sagte Bätzing am Donnerstagabend bei einer online übertragenen Gesprächsrunde in Frankfurt.

Präsident Thomas Sternberg, Bischof Georg Bätzing, Kirchenpräsident Volker Jung und Präsidentin Bettina Limperg (v. l.). Foto: ÖKT

Drei Wochen vor dem Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) hat der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, seinen Willen zu einer Annäherung an die evangelische Kirche bekräftigt. „Wir wollen Schritte zur Einheit weitergehen“, sagte Bätzing am Donnerstagabend bei einer online übertragenen Gesprächsrunde in Frankfurt.

Bätzng rechnet „nicht mit einem Einspruch Roms“

Dies werde bei den evangelischen Abendmahlsfeiern, aber auch bei den katholischen Eucharistiefeiern, die am Kirchentags-Samstag (15. Mai) gefeiert würden, deutlich werden. „Wer evangelisch ist und zur Kommunion hinzutritt, kann die Kommunion empfangen“, sagte Bätzing. Wer in seinem Gewissen glaube, dass Jesus Christus der Einladende sei bei der Eucharistie, der werde „nicht abgewiesen“. Das sei „eine Praxis, wie sie landauf, landab gepflegt wird“ und eigentlich „nichts Neues“, betonte Bätzing. Neu sei vielleicht aber, dass darüber gesprochen werde. Er rechne hier aber „nicht mit einem Einspruch Roms“.

Zu den mehrfachen Interventionen aus dem Vatikan in den vergangenen Monaten sagte Bätzing am Donnerstag, es gebe Vorbehalte in Rom gegenüber der Kirche in Deutschland. „Die deutsche katholische Kirche riecht für viele der Offizialen in Rom evangelisch“, sagte Bätzing. Dies sei wohl „nicht auf der obersten Ebene der Präfekten“ der Fall, aber bei den Offizialen, die keine Erfahrung mit der Kirche in Deutschland hätten. „Da sträuben sich in Rom die Nackenhaare oder man kriegt Gänsehaut“, sagte Bätzing weiter.

Angst in Rom

Es fehle die Kommunikation. Und es gebe in Rom „Angst“ vor dem Weg der Kirche in Deutschland. Dahinter stehe das Erleben, wie schwierig es sei, in den verschiedenen Kulturen, in denen die katholische Kirche lebe, Einheit zu bewahren. „Man kann die Einheit aber auch dadurch gefährden, dass man sie mit Instrumenten hegt, die ungeeignet sind in einer Zeit und Welt, in der wir leben, mit kultureller Verschiedenheit“, warnte Bätzing. Papst Franziskus sage immer wieder, dass „die Kirche nicht zentral gesteuert werden“ könne und dezentral Entscheidungen getroffen werden müssten im Rahmen der katholischen Glaubenslehre und des Kirchenrechts. „Das ist der Weg, den wir versuchen“, so Bätzing.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, betonte, es werde auch in den Gottesdiensten beim Ökumenischen Kirchentag darum gehen, „Christus neu zu entdecken“.

kna
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