Nach Flut setzten Kirchen auf Seelsorge und Beratung

Zwei Monate nach der Unwetterkatastrophe über Westdeutschland verstärkt das Erzbistum Köln die seelsorgerische Hilfe sowie die Beratung für Betroffene.
Köln – Zwei Monate nach der Unwetterkatastrophe über Westdeutschland verstärkt das Erzbistum Köln die seelsorgerische Hilfe sowie die Beratung für Betroffene. Notfallseelsorger und Schulseelsorger seien seit Beginn in den Flutgebieten unterwegs, teilte das Erzbistum am Dienstag mit. Weitere Mitarbeitende in den Gemeinden stünden für Gespräche und Unterstützung bereit. Die Kirchen seien für ein Gebet in Stille geöffnet.

Malteser im Hochwasser-Einsatz 2021 – Verteilung von Lebensmittel und Ausrüstung im Kreis Euskirchen –Foto: Richardt/Malteser

Zwei Monate nach der Unwetterkatastrophe über Westdeutschland verstärkt das Erzbistum Köln die seelsorgerische Hilfe sowie die Beratung für Betroffene. Notfallseelsorger und Schulseelsorger seien seit Beginn in den Flutgebieten unterwegs, teilte das Erzbistum am Dienstag mit. Weitere Mitarbeitende in den Gemeinden stünden für Gespräche und Unterstützung bereit. Die Kirchen seien für ein Gebet in Stille geöffnet.

„Wir werden dafür sorgen, dass es eine nachgehende Seelsorge gibt“, kündigte auch der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), Thorsten Latzel, an. Er war in den vergangenen Tagen erneut in der Flutregion unterwegs. „Das Wasser steht nicht nur immer noch in den Mauern und es braucht die Trockenanlagen, sondern es steckt auch noch tief in den Knochen von Menschen“, so Latzel.

Derzeit würden auch Beratungs- und Hilfsangebote vor Ort vorbereitet, erklärte die EKiR. Ein entsprechendes Projekt werde zeitnah vorgestellt. Laut Erzbistum Köln ist die Caritas dabei, Koordinierungsbüros in verschiedenen Regionen einzurichten. Diese sollen eine Anlaufstelle für weitergehende Hilfe und psychosoziale Begleitung sein. In mehreren Gemeinden setzten Haupt- und Ehrenamtliche Projekte um, die den Menschen Hoffnung vermitteln sollen.

Das Erzbistum habe neben Notunterkünften auch finanzielle Mittel für Flutopfer bereitgestellt. Mit dem Geld würden zum Beispiel Pumpen, Schubkarren und Schaufeln angeschafft. Die Caritas und ihre Verbände bearbeiteten den Angaben zufolge bislang mehr als 3.000 Anträge auf Soforthilfen und Haushaltsbeihilfen bis zu jeweils 5.000 Euro. Mehr als 2,5 Millionen Euro seien bereits an Flutopfer ausgezahlt worden. Davon stammen 2,25 Millionen Euro aus dem Spendentopf von Caritas international, der Rest von der Aktion „NRW hilft“.

Weitere 11,3 Millionen Euro sammelte laut Angaben die Aktion „Lichtblicke“. Über die gemeinsame Initiative von Lokalradios, Caritas und Diakonie seien bereits 4,3 Millionen Euro an betroffene Familien in Nordrhein-Westfalen ausgezahlt worden.

Das Erzbistum berichtete von rund 220 Sachschäden an eigenen Einrichtungen, darunter 57 an Kindertagesstätten. Ferner seien 60 Kirchen, 28 Pfarrheime, 16 Pfarrhäuser, 33 Wohn- und Mietobjekte, 10 Pfarrarchive, 8 Schulen sowie die Jugendbildungsstätte in Altenberg betroffen. Allein am Sankt-Angela-Gymnasium in Bad Münstereifel belaufe sich der Gebäudeschaden auf gut 6 Millionen Euro. Insgesamt beziffert das Erzbistum die Schäden derzeit auf knapp 25 Millionen Euro.

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