Renovabis-Chef: Apostelkonzil als Modell für synodale Kirche

Der Chef des Osteuropahilfswerks Renovabis, Thomas Schwartz, sieht im Apostelkonzil von Jerusalem ein Modell dafür, wie eine synodale Kirche aussehen könnte. 
Der Chef des Osteuropahilfswerks Renovabis, Thomas Schwartz, sieht im Apostelkonzil von Jerusalem ein Modell dafür, wie eine synodale Kirche aussehen könnte. 

Thomas Schwartz, Hauptgeschäftsführer von Renovabis. –Foto: Renovabis

Der Chef des Osteuropahilfswerks Renovabis, Thomas Schwartz, sieht im Apostelkonzil von Jerusalem ein Modell dafür, wie eine synodale Kirche aussehen könnte. “Dieses müsste aber wieder neu eingeübt werden”, sagte Schwartz in einem am Donnerstag verbreiteten Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Deshalb gehörten Bibellektüre und Gottesdienste bei der im Oktober in Rom stattfindenden Weltsynode auch bewusst dazu. Der in Moraltheologie promovierte Priester ist einer von acht “besonderen Gästen”, die an dem Treffen teilnehmen.

Schwartz: Synode funktioniert nur, wenn alle miteinander auf dem Weg sind

Seine Rolle sieht der Priester in erster Linie darin, den Teilnehmenden zuzuhören. “Aus der Unparteilichkeit heraus – Gäste haben kein Stimmrecht – sollen wir dann versuchen, Brücken zu bauen. Diese sind auch für jene gedacht, die vielleicht im ersten Augenblick nicht geneigt sind darüber zu gehen. Aber ihnen soll die Möglichkeit gegeben werden, doch noch in einen Austausch zu kommen.” Denn Synode gehe nur, wenn alle miteinander auf einem Weg seien.

Mit Blick auf das Apostelkonzil des ersten Jahrhunderts erinnerte Schwartz daran, dass damals alle ihre Meinungen hätten sagen können, auch wenn diese manchem nicht gepasst habe. “Im Anschluss aber schwieg man, denn dann erst konnte der Heilige Geist wirken.” Dies sei auch ein wesentliches Element der Spiritualität des Heiligen Ignatius von Loyola. Denn manchmal spreche der Geist nicht auf eingefahrenen Wegen, sondern bringe plötzlich eine Lösung, die man selbst nicht gesehen habe. “Das geht aber nur, wenn man nicht alles gleich kommentiert oder ablehnt, sondern seinen Mund hält, zuhört und das Gesprochene verarbeitet”, so der Renovabis-Chef.

Für vier Wochen angesetzt

Die für die Synode angesetzten vier Wochen sind aus Sicht von Schwartz eine lange Zeit. Die Teilnehmenden seien gebeten worden, währenddessen nicht in ihre Bistümer zurückzufahren. Sie sollten sich auf die Begegnungen und Gespräche einlassen und diese wirken lassen, “damit der Heilige Geist in Ruhe arbeiten kann”. Dass bei diesem Treffen noch keine Beschlüsse verabschiedet werden sollen, bewertete der Priester als positiv: “Da kann man ohne Angst reden.”

Zur Rolle des Papstes bei der Synode sagte Schwartz: “Er will in die Zukunft. Im Notfall muss er jene tragen, die aus Angst oder anderen Gründen stehengeblieben sind. Er zwingt sie nicht auf den Weg, sondern er trägt sie auf seinen Schultern. Das dürfte für ihn in den kommenden Jahren eine wirkliche Last werden.”

kna