Verband fordert mehr Anerkennung für soziale Berufe

Auf mehr Anerkennung für soziale Berufe dringt der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) zum „Equal Pay Day“ am Montag. Frauen übernähmen „auch beruflich den Großteil der Aufgaben in Pflege, Erziehung, Sorge und Therapie sowie in der Dienstleistungsbranche“, erklärte der Verband in Dortmund. Die Bezahlung in diesen Berufsgruppen sei häufig so niedrig, dass die Beschäftigten davon nicht leben, angemessen wohnen „und schon gar nicht für Krankheit und Alter vorsorgen“ könnten. Die Gehälter müssten tariflich angepasst werden; in einigen Berufsgruppen brauche es Tarifbindungen.

Unterdessen wurde eine Langzeitstudie bekannt, nach der Frauen auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu den Aufsteigern der letzten 40 Jahre gehören. Im Vergleich zu Männern hinken sie jedoch laut der Untersuchung der Freien Universität Berlin weiterhin hinterher, wie die Bertelsmann Stiftung mitteilte. Frauen seien zwar besser ausgebildet, arbeiteten mehr, sicherten zunehmend das Haushaltseinkommen ab und verfügten über deutlich höhere Einkommen als noch in den 1970er Jahren, aber Teilzeit und Überqualifikation im Job kämen häufiger als bei Männern vor. Darüber hinaus haben sie demnach über alle Bildungsstufen hinweg oft weniger als die Hälfte der Einkommen der Männer zur Verfügung.

Der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, Aart De Geus, verwies darauf, dass Teilhabe und Aufstieg auf dem Arbeitsmarkt zentrale Versprechen der Sozialen Marktwirtschaft seien. „Deshalb müssen Politik und Wirtschaft dort Hürden abbauen, wo einzelne Bevölkerungsgruppen strukturell benachteiligt werden.“ Laut Studie gehören Geringqualifizierte, insbesondere Männer, mit Blick auf verfügbare Einkommen und Beschäftigungsquoten zu den größten Verlierern.

Der Blick der Strukturwandel-Studie auf das Bildungsniveau und die Arbeitsmarktbeteiligung zeigt für Frauen im historischen Verlauf einen klaren Aufwärtstrend: Zwischen 1970 und 2013 ist demnach der Anteil von Hochschulabsolventinnen in Westdeutschland von 2 auf 17 Prozent um das Achtfache gestiegen. Ebenso habe sich die Zahl erwerbstätiger Frauen in den westdeutschen Bundesländern zwischen 1973 und 2013 von rund 6 auf 12 Millionen verdoppelt.

Die Arbeitsmarktexpertin der Stiftung, Manuela Barisic, sagte mit Blick auf die Studienergebnisse: „Durch die gestiegene Erwerbstätigkeit der Frauen war es möglich, die Haushaltseinkommen gerade im Bereich der unteren Einkommen zu stabilisieren.“ Zwar seien Männer in Paarhaushalten immer noch häufig die Haupteinkommensbezieher, jedoch trügen Frauen zunehmend zum Haushaltseinkommen bei. Insbesondere Frauen prekär beschäftigter Männer seien zu Zweitverdienerinnen geworden, um das Familieneinkommen abzusichern. Demnach waren im Jahr 2013 westdeutsche Frauen in Paarhaushalten mit Kindern in der unteren Einkommenshälfte fast dreimal so häufig erwerbstätig wie noch 1973,

kna
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