Würzburger Altbischof Paul-Werner Scheele gestorben

Der frühere katholische Würzburger Bischof Paul-Werner Scheele ist tot. Er starb am Freitagabend im Alter von 91 Jahren, wie die Bischöfliche Pressestelle am Samstagmorgen mitteilte. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, würdigte Scheele als großen Theologen, „dem die Ökumene zutiefst am Herzen lag“. Es gehe „ein Bischof und Menschenfreund von uns. Ich verneige mich vor einer Persönlichkeit, die die katholische Kirche viele Jahre in unserem Land mit geprägt hat.“

(Foto: Ekpah)

Scheele war am Freitagabend im Alter von 91 Jahren gestorben. Der in Olpe geborene Ökumene-Spezialist stand von 1979 bis 2003 an der Spitze des fränkischen Bistums. Zuvor war er vier Jahre Weihbischof in Paderborn. 27 Jahre lang leitete der Westfale die Ökumene- Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. Als Journalist hatte Scheele noch an der Schlussphase des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) teilgenommen.

Die Bischofskonferenz sei Scheele zu großem Dank verpflichtet, betonte Marx. „Fast drei Jahrzehnte gehörte er unserer Konferenz an und hat die Beratungen stets mit Weitsicht und theologischer Feinfühligkeit geprägt.“ Hierbei sei er „immer zutiefst überzeugt“ vom Zweiten Vatikanischen Konzil und den Aufbrüchen der Würzburger Synode gewesen. Scheeles Anliegen sei gewesen, „den Schatz des Konzils in einen ökumenischen Dialog zu führen, der auf Augenhöhe die Gesprächspartner der anderen Konfessionen ernst nahm. Dieses Bemühen ist ihm weit über die Grenzen Deutschlands hinaus gelungen und hat dem Verstorbenen internationalen Respekt eingebracht.“

Die Ökumene und die Gläubigen des Bistums Würzburg seien Scheele ans Herz gewachsen. Der von ihm ausgewählte bischöfliche Wahlspruch „Friede und Freude“ drücke viel über den früheren Würzburger Bischof aus. „Der Sauerländer Humor und die fränkische Lebensfreude hat er gut verbunden. Dabei war es ihm stets ein Anliegen, immer ein Seelsorger und Bischof zu sein, der für die Menschen ansprechbar und überzeugend in der Verkündigung des Evangeliums war.“

Auch nach seiner Emeritierung als Diözesanbischof im Jahr 2003 gehörte er fünf weitere Jahre dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen sowie mehreren internationalen ökumenischen Kommissionen an. Als führender Ökumeniker der katholischen Kirche in Deutschland war er an Meilensteinen wie der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre 1999 sowie dem Ersten Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin beteiligt.

Außerdem leitete er seit den 1970er Jahren den wissenschaftlichen Beirat des Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik. Der Geistliche verfasste zahlreiche Bücher. Außerdem war er ein begeisterter Klavierspieler. Für sein Wirken erhielt er viele kirchliche und weltliche Auszeichnungen

kna
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