Misereor-Chef betont Klima-Bedeutung von Amazonas-Synode

Misereor-Chef Pirmin Spiegel hat die Wichtigkeit der von Papst Franziskus einberufenen Amazonas-Synode im Oktober für die gesamte Welt betont. Die südamerikanische Region sei „die Lunge der Erde“, sagte er am Donnerstag dem katholischen Kölner Internetportal domradio.de. Deshalb müsse auf ihr die Bedeutung Amazoniens für das Weltklima, die Wirtschaft und die Menschen, die dort leben, hervorgehoben werden.

Seit Jahrzehnten werde die Region, die 20 Mal größer sei als Deutschland, ausgebeutet, verdeutlichte der Misereor-Hauptgeschäftsführer. Satellitenbilder zeigten, welch riesige Gebiete durch Rodungen, Viehzucht und Soja-Anbau schon verloren gegangen seien. Zudem hätten sich die Regenzeiten verschoben.

Hinzu komme derzeit die Sorge, dass Brasiliens Staatspräsident Jair Bolsonaro angekündigt habe, den Indigenen keine weiteren Zentimeter Land zur Verfügung zu stellen, und den Amazonas als Rohstoffquelle freigeben wolle, um Wirtschaft und Fortschritt anzukurbeln. Jetzt komme es auf die Zivilgesellschaft, die internationale Gemeinschaft und auch die Kirchen an, ihm klarzumachen, „dass dies nicht zukunftsfähig ist“, so Spiegel, der selbst lange Jahre in Brasilien als Pfarrer tätig war.

Spiegel dämpfte Erwartungen, die vor allem aus Deutschland etwa bezüglich des Zölibats an die Synode gestellt würden. Die Synode fokussiere sich auf die Region Amazonien. „Diese hat andere Herausforderungen und eine andere Kirchengeschichte als wir hier in Deutschland.“ Deutsche Fragen ließen sich nicht einfach übertragen. „Damit instrumentalisiert man die Synode letztendlich auch ein Stück weit für unsere Belange.“

Allerdings könne die Synode den deutschen „synodalen Weg“ inspirieren, so Spiegel. In ihm werde es darum gehen, gemeinsam vom Glauben her „Wege zu finden, wie Kirche heute in ihrem missionarischen Auftrag nachkommt“.

Den auch in der Region Amazonien herrschenden Priestermangel in der katholischen Kirche habe er selbst erlebt, als er für 67 Gemeinden gleichzeitig zuständig gewesen sei. „Auf diese Fragen versucht die Amazonas-Synode Antworten zu geben“, sagte Spiegel. Diskutiert werden müsse die Priesterweihe von bewährten verheirateten Männer, den „viri probati“, sowie die Zulassung von Frauen zum Diakonenamt. Es werde spannend zu sehen sein, „ob es zu gemeinsamen Vorschläge kommt, die der Papst bereit ist mitzugehen. Und in wieweit diese Wege für Amazonien auch Rückwirkungen für uns hier in Deutschland haben.“

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