Umfassender Personalwechsel im Deutschen Ethikrat

Der Deutsche Ethikrat steht vor einem umfassenden Personalwechsel. Der ausgeschiedene Vorsitzende Peter Dabrock bedauert seinen wegen der Corona-Krise nur stillen Abschied aus dem Gremium am Karfreitag. „Getröstet hat mich, dass viele augenblicklich solche Erfahrungen machen. Und wenn man sich die Verluste anderer vor Augen führt, sind es kleine Sorgen“, sagte der Theologe mit Blick auf abgesagte Abschiedsfeierlichkeiten im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Mittwoch in Berlin.

Peter Dabrock (© Deutscher Ethikrat
Foto: Reiner Zensen)

Er habe es als spannende Herausforderung empfunden, diese Gruppe unterschiedlicher Menschen moderieren zu dürfen, „damit wir möglichst produktiv zur Gestaltung des Gemeinwohls beitragen“. „Das hat wahnsinnig Spaß gemacht und das werde ich natürlich vermissen“, so Dabrock weiter.

Dabrock war von 2012 bis 2016 Mitglied im Deutschen Ethikrat und von 2016 bis Mitte April 2020 dessen Vorsitzender. Der evangelische Theologe, der an der Universität Erlangen-Nürnberg den Lehrstuhl für Systemische Theologie innehat, hat sich in seiner Amtszeit unter anderem mit der Frage der Suizidbeihilfe, Big Data und Gesundheit, der Masernimpflicht oder Eingriffen in die Keimbahn bei menschlichen Embryonen beschäftigt.

Die Amtszeit von Dabrock sowie von gut einem Dutzend weiterer Ethikrats-Mitglieder ist offiziell am 11. April zu Ende gegangen. Aufgrund der aktuellen Lage ist die konstituierende Sitzung des nächsten Ethikrats verschoben. Geplant ist laut Dabrock, dass in der kommenden Sitzungswoche der Bundestag seine Mitglieder benennt und der Bundestagspräsident diese und die von der Bundesregierung benannten Mitglieder umgehend beruft. „Ähnlich wie bei meinem Amtsende wird aber vermutlich auch der Amtsbeginn meiner Nachfolgerin oder meines Nachfolgers in eine Ausnahmesituation fallen“, so Dabrock.

kna
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