Regierung trifft am Freitag Religionsvertreter zu Corona-Krise

Vertreter des Bundesinnenministeriums treffen sich am Freitag mit Religionsvertretern zum Austausch über die aktuelle Lage in der Corona-Krise. Das teilte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch in Berlin mit. Demnach hat der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Markus Kerber, unter anderen Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche, des Zentralrats der Juden, der orthodoxen Kirche sowie des Koordinierungsrats der Muslime zu einem Gedankenaustausch eingeladen. Thema sei die Erfahrung mit den Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie. So sind derzeit etwa keine öffentlichen Gottesdienste möglich.

(Foto: Judith Lorenz)

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), online Religionsvertreter zum Gespräch eingeladen. Unterdessen erklärte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki, das Erzbistum Köln bereite öffentliche Gottesdienste unter Beachtung von Schutz- und Hygieneauflagen in seinen Kirchen vor. „Wir sind dabei, solche Sicherheitsvorschriften zu erarbeiten“, sagte der Erzbischof dem Nachrichtensender phoenix am Mittwoch in Bonn.

Woelki äußerte sich vor einem Gespräch von Spitzenvertretern aus Bund und Ländern zum weiteren Vorgehen im Kampf gegen das Coronavirus. Wissenschaftliche Institute hatten sich zum Teil dafür ausgesprochen, die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie unter Auflagen schrittweise zu lockern, etwa an Schulen.

Woelki: Schwierige Situation in Seniorenheimen

„Es kann nicht sein, dass da die Kirchen außen vor bleiben. Wir haben eine Botschaft für die Menschen, von der sie leben“, erklärte Woelki. In der ersten Phase der Corona-Krise habe die Kirche versucht, ihren Beitrag zu leisten. „Aber jetzt, wenn die Lockerung eintritt, müssen auf jeden Fall auch die Kirchen für öffentliche Gottesdienste wieder geöffnet werden.“ Der Kardinal verwies auf die Verfassung und auf das Recht auf freie Religionsausübung.

Er bezeichnete es als schwierig, wenn in Seniorenheimen enge Angehörige und Priester Sterbende nicht besuchen und begleiten könnten. „Ich finde, dass es der Würde des Menschen entspricht, dass niemand alleine sterben soll und alleine sterben muss.“ Kölner Priester hätten ihm allerdings berichtet, dass sie in den vergangenen Tagen in Senioreneinrichtungen und privaten Haushalten die Sterbesakramente spenden konnten.

kna