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Ökumenischer Gottesdienst in Essen: 450 Christen feiern im Autokino

n Essen haben 450 Christen einen ökumenischen Gottesdienst im Autokino gefeiert. Nach sechs Wochen ohne öffentliche Gottesdienste beteten die evangelische Pfarrerin Hanna Jacobs und Bernd Wolharn, katholischer Cityseelsorger am Essener Dom, im „Motor Movie“ an der Essener Grugahalle mit einer Gemeinde, die sich auf 180 Pkw verteilte.

Autokino-Gottesdienst in Essen (Foto: Nicole Cronauge | Bistum Essen)

Autokino-Gottesdienst in Essen (Foto: Nicole Cronauge | Bistum Essen)

n Essen haben 450 Christen einen ökumenischen Gottesdienst im Autokino gefeiert. Nach sechs Wochen ohne öffentliche Gottesdienste beteten die evangelische Pfarrerin Hanna Jacobs und Bernd Wolharn, katholischer Cityseelsorger am Essener Dom, im „Motor Movie“ an der Essener Grugahalle mit einer Gemeinde, die sich auf 180 Pkw verteilte.

Während der Feier sorgten neue Formen für Verbundenheit: Statt Applaus gab es Hup-Konzerte und anstelle eines winkenden Danks an den lieben Gott bewegten sich am Ende 180 Scheibenwischer-Paare. Der Ton von der Bühne – neben Gebet und Predigt auch die Live-Musik der Band BE-Sound – fand über eine eigene Radio-Frequenz ihren Weg in die Autos. Was allerdings auch zur Folge hatte, dass gleich nach der Feier hier und da ganz praktische christliche Solidarität in Form von Starthilfe gefragt war.

Ein „sicheres Gebet“ im Autokino

„Möge die Straße uns zusammenführen …“ – das Schlusslied des ersten ökumenischen Autokino-Gottesdienstes in Essen hätte an diesem Sonntag auch als Motto für die einstündige Feier vor der Essener Grugahalle gepasst. Sechs Wochen nach der coronabedingten Absage aller öffentlichen Gottesdienste ermöglicht im „Motor Movie“ die spezielle Situation des Autokinos ein sicheres Gebet, so dass rund 450 Frauen, Männer und Kinder endlich wieder in Gemeinschaft beten können.

Die Autokino-Gemeinde verteilt sich auf 180 Pkw und verfolgt vor der großen LED-Wand und der eigens aufgebauten Bühne die Feier. Ein Gemeinschaftsgefühl ist für die meisten Teilnehmer dennoch da: Viele kennen sich  – und winken und rufen sich beim Einparken und Warten zu. Und während der Feier sorgen neue Formen für Verbundenheit: Statt Applaus gibt’s Hup-Konzerte und anstelle eines winkenden Danks an den lieben Gott bewegen sich am Ende 180 Scheibenwischer-Paare.

Wo ist das Leben in Fülle?

Musikalisch bewegte sich der Gottesdienst zwischen modernen, sehr emotionalen „Praise & Worship“-Songs und guten ökumenischen Klassikern. Wobei manchem Gottesdienstbesucher beim Halleluja oder der Christen-Hymne „Großer Gott wir loben dich“ vielleicht doch ein wenig schmerzhaft deutlich wird, dass zwei, drei Stimmen im eigenen Auto nicht die Klanggewalt eines gefüllten Kirchenschiffs mit sich bringen.

Begeistert hupen und winken die Besucher nach Evangelium, Psalm, Predigt und einem Film-Einspieler rund um den Bibel-Text mit Jesus als dem „Guten Hirten“, der den Menschen seine Nähe und seinen Schutz zusagt und ihnen „ein Leben in Fülle“ verspricht. „Wo ist das Leben in Fülle, wenn man seit sechs Wochen müde ist, weil sich Home-Schooling und Home-Office schlecht vereinbaren?“, fragt Pfarrerin Jacobs in ihrer Predigt.

„Der Herr ist mein Navi“

Wo bleibe die Fülle, wenn die eigene Kasse immer leerer werde und man seit Wochen keinen Menschen mehr umarmen kann? „Fülle ist genau da, wo wir mehr haben als notwendig, mehr als ich unbedingt zum Leben brauche“, sagt Jacobs. „Die Weide mag gerade nicht so saftig sein, aber es ist mehr als genug da.“ Trotz allen Leids „haben die meisten Menschen in Europa immer noch mehr als genug“.

Wolharn spricht von „unheimlichen, verrückten Zeiten. Als Christen glauben wir, da gibt es einen, der uns Sicherheit gibt: Unser wunderbarer Hirt.“ Und weil die Bilder von Hirten, Schafen und Weiden gerade in der Großstadt nicht für jeden sofort eingängig sind, beten Wolharn und Jacobs eine moderne Übertragung des bekannten Psalms 23: „Der Herr ist mein Navi, nichts werd‘ ich verfehlen …“

Langer Konvoi an der Bühne entlang

Damit auch Menschen jenseits der ersten Reihe den Gottesdienst verfolgen können, wird er live auf die große LED-Wand des Autokinos übertragen. Die leuchtet so hell, dass Jacobs und Wolharn, aber auch die eingeblendeten Liedtexte zum Mitsingen und die Video-Einspieler zu den Fürbitten trotz des Sonnenlichts bestens zu sehen sind.

Am Ende fahren viele Teilnehmer mit ihren Autos in einem langen Konvoi an der Bühne entlang zur Ausfahrt und winken den beiden Seelsorgern zum Abschied zu. Jacobs und Wolharn winken jubelnd zurück: „Es macht unglaublich froh, in so viele glückliche Gesichter zu schauen“, sagt Wolharn. Vielen stehen Begeisterung und Freude tatsächlich ins Gesicht geschrieben.

Gottesdienste auch in Duisburg im Autokino

Wie es nun weitergeht? „Mal sehen“, sagt Wolharn. Auch wenn ab dem kommenden Wochenende in manchen Gemeinden wieder Gottesdienste in der Kirche geplant werden, müsse die Feier heute für ihn nicht der letzte Autokino-Gottesdienst gewesen sein. „Ich kann mir aber auch noch viele andere Formen vorstellen, Kirche in unsere Stadt zu tragen“, sagt der Cityseelsorger. Und dies gern ökumenisch.

Wer im Autokino beten möchte hat dazu jedoch schon am nächsten Wochenende Gelegenheit: Am Samstag, 2. Mai, um 16.30 Uhr und am Sonntag, 3. Mai, um 11.00 Uhr laden in Duisburg Stadtdechant Roland Winkelmann und Superintendent Armin Schneider zu Gottesdiensten am Parkplatz P4 des MSV-Stadions ein. Auch hier ist eine vorherige Anmeldun erforderlich.

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