Bischof Neymeyr: Kein Ansturm auf Gottesdienste

Der Umgang mit Gottesdiensten unter Corona-Auflagen hat sich nach Ansicht des katholischen Erfurter Bischofs Ulrich Neymeyr gut eingespielt.

Der Umgang mit Gottesdiensten unter Corona-Auflagen hat sich nach Ansicht des katholischen Erfurter Bischofs Ulrich Neymeyr gut eingespielt. „Es hat sich gezeigt, dass der Ansturm auf die Gottesdienste nicht so groß ist wie befürchtet“, sagte Neymeyr am Montag in der Podcast-Reihe „Himmelklar – Fürchtet euch nicht!“ Viele blieben lieber zu Hause. „Vielleicht, weil sie Angst haben sich anzustecken, vielleicht auch, weil sie niemandem den Platz wegnehmen wollen oder weil sie sagen: ‚Das ist mir zu merkwürdig da auch in der Kirche mit 1,50 Meter Abstand zu sitzen.'“

Bischof Ulrich Neymeyr (Foto: Bistum Erfurt/Ulrich Koch)

Er gehe davon aus, so Neymeyr, „dass wir Wochen oder Monate lang mit diesem Zustand leben müssen und auch mit dieser Form der Gottesdienste“. Es werde sich „einpendeln, wer kommt und mitfeiert, wer in anderer Weise den Sonntag heiligt und begeht“. Diejenigen, die sich nach der Eucharistie sehnten und gemeinsam Gottesdienst feiern wollten, könnten das seit dem 26. April auch wieder. „Da sind wir froh und erleichtert“, so der Bischof. Ihm zufolge gab es bislang im Bistum zwei an Corona erkrankte Priester. Einer von beiden sei wieder genesen.

Schutzkonzept innerhalb von 24 Stunden ferig

Die Kirchen hätten am 23. April erfahren, dass die Thüringer Landesregierung nach dem Corona bedingten Verbot wieder öffentliche Gottesdienste zulasse, sofern die Kirchen Schutzkonzepte vorlegten. „Das hatten wir innerhalb von 24 Stunden fertig und auch veröffentlicht“, so Neymeyr. „Die Pfarrer hatten dann alle Mühe, das innerhalb von zwei Tagen zu verwirklichen. Das hat nicht überall geklappt, weil in großen Pfarreien auch Absprachen nötig waren mit den Betroffenen, wenn man so will, also mit den Gläubigen und dem Pfarrgemeinderat.“ Inzwischen habe man aber überall Lösungen gefunden.

Neymeyr beobachtet im Zuge von Corona eine große Kreativität der Kirche, die Medien und Kommunikationswege zu nutzen, bei denen man sich nicht anstecken könne. Da geschehe sehr viel, nicht nur in der Kommunikation, sondern auch in der Glaubensverkündigung. „Der Glaube kommt vom Hören und gerade Podcasts sind sehr beliebt. Das halte ich für sehr positiv“, so der Bischof.

kna
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