Waldbrände in Brasilien mit 3.000 Kilometer langen Qualmwolken

Qualmwolken durch Waldbrände im Norden Brasiliens haben sich bis in 3.000 Kilometer entfernte Gegenden ausgebreitet. Das berichtet das Onlineportal G1 (Donnerstagabend Ortszeit) unter Berufung auf Satellitenbilder des staatlichen Klimainstituts Inpe. Während die Zahl der Brände in der Amazonasregion und dem angrenzenden Pantanal-Sumpfgebiet weiter steigt, verneint die Regierung die Existenz großflächiger Brände.

Rio Tapajos, Bundesstaat Pará, Brasilien; (Symbolfoto: Florian Kopp / Misereor)

Die aufsteigenden Qualmwolken ziehen sowohl westwärts über die Nachbarländer Ecuador, Peru, Bolivien und Paraguay wie auch südwärts über Zentral- und Südbrasilien hinweg. Seit Anfang September hat Inpe im Amazonasgebiet 12.412 Brandherde verzeichnet; im gesamten September 2019 waren es 19.925 gewesen. Im Pantanal wurden für den bisherigen September 2.414 Brandherde gezählt, mehr als der Durchschnitt der vergangenen Jahre für den gesamten September (1.944).

Umweltminister bestreitet Brände

Als Reaktion auf die Nachrichten über die Brände haben Umweltminister Ricardo Salles und Vizepräsident Hamilton Mourao ein Video geteilt, in dem die Existenz großflächiger Brände verneint wurden. Das Video „Amazonas brennt nicht“ wurde von einem Viehzüchterverband des Amazonas-Teilstaates Para herausgegeben, der besonders von den Bränden betroffen ist.

Dabei unterlief den Produzenten jedoch eine Panne. In einem Abschnitt, der die Unversehrtheit von Fauna und Flora zeigen soll, ist ein Goldenes Löwenäffchen zu sehen. Allerdings leben diese Tiere nicht in Amazonien, sondern in den atlantischen Küstenurwäldern, hauptsächlich um Rio de Janeiro, also Tausende Kilometer entfernt.

kna
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