Ärztekammer: Plädoyer für Tragen von Masken

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(Symbolfoto: Alexandra_Koch / Pixabay)

Jetzt also doch: Die Bundesärztekammer hat am Freitag klar gestellt, dass der Mund-Nasen-Schutz einen Schutz für den Träger und Menschen in seiner Umgebung bedeute. Vielfältige Studien deuteten darauf hin, dass „sowohl die Übertragung auf andere als auch die Selbstansteckung durch Alltagsmasken reduziert wird“, heißt es in einer am Freitag in Berlin veröffentlichten Erklärung, die von den Präsidenten aller Landesärztekammern und allen Vorstandsmitgliedern der Bundesärztekammer sowie den Chefs verschiedener medizinischer Fachgesellschaften und Institutionen unterzeichnet wurde.

Umstrittene Äußerung

Mitunterzeichner ist auch Ärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt, der am Mittwoch in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ erklärt hatte, er sei von den Alltagsmasken nicht überzeugt, „weil es auch keine tatsächliche wissenschaftliche Evidenz darüber gibt, dass die tatsächlich hilfreich sind – schon gar nicht im Selbstschutz und wahrscheinlich auch nur ganz wenig im Schutz, andere anzustecken“. An einer Stelle sprach der Ärztekammer-Chef von einem „Vermummungsgebot“.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach bezeichnete die Wortwahl des Kammerpräsidenten daraufhin auf Twitter als „unentschuldbar“ für den „ranghöchsten deutschen Ärztefunktionär“ und forderte seinen Rücktritt, falls er seine Aussagen nicht zurücknehme. Reinhardt beschädige die Arbeit seiner Kollegen.

So reagiert Ärztekammer-Chef auf die Kritik

In der Erklärung der Ärzteorganisationen heißt es jetzt dazu, „trotz aller noch bestehenden Unsicherheit resultiert aus den Daten aus Sicht der Unterzeichner die klare Empfehlung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes“. Weder die Maßnahmen gegen die Pandemie noch die Pandemie selbst sollten bagatellisiert werden. „Selbst wenn die statistische Gesamtsterblichkeitsrate vermutlich unter ein Prozent ist, sind die negativen Folgen durch die SARS-CoV2-Pandemie gravierend.“ Höchstes Ziel müsse daher die Vermeidung von Erkrankungs- und Todesfällen sein, egal in welchem Alter. „Ein korrekt getragener Mund-Nasen-Schutz und das Einhalten der AHA-L-Regeln sind ein wichtiger Beitrag, den jede und jeder leisten kann. Für alle und auch im eigenen Interesse.“

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat sich von seinen kritischen Äußerungen über den Nutzen von Schutzmasken distanziert. „In der Sendung ‚Markus Lanz‘ hatte ich den wissenschaftlichen Evidenznachweis der Schutzwirkung von Mund-Nasen-Masken in Zweifel gezogen“, erklärte er am Freitag in Berlin. „Dies hat zu erheblichen Irritationen geführt, die ich sehr bedauere. Die aktuelle Evidenz aus vielfältigen Studien spricht für einen Nutzen des Mund-Nasen-Schutzes.“

Hinweise aus Studien

Die Studien wiesen darauf hin, dass sowohl die Übertragung auf andere als auch die Selbstansteckung durch Alltagsmasken verringert werde, fügte Reinhardt hinzu. „Aus diesen Daten resultiert die klare Empfehlung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.“ Der Ärzte-Chef betonte: „Meine Absicht war zu keinem Zeitpunkt, die Gefahren der Pandemie zu bagatellisieren.“ Es sei sein „großer Wunsch, dass wir die Corona-Pandemie in Deutschland weiterhin gut bewältigen und dass alle sinnvollen Maßnahmen ergriffen werden, die die Virusverbreitung verlangsamen und vermeidbare Infektionen verhindern. Alle Regeln, die dazu dienen, eine Überlastung unseres Gesundheitswesens abzuwenden, unterstütze ich vorbehaltlos.“

kna