Bischof Jung: Im Lockdown Menschen nicht allein lassen

Der Würzburger Bischof Franz Jung hat die Katholiken dazu aufgerufen, die Menschen auch im „Lockdown light“ nicht alleine zulassen. Es gelte weiter, kreativ nach Wegen zu suchen, die „froh machende Botschaft des Evangeliums zu vermitteln“, schreibt Jung in einem zu Allerheiligen veröffentlichten Brief. Man habe in der Corona-Krise viel neues ausprobiert an gottesdienstlichen Formen und Versuchen der Anbindung von Menschen an die Kirche. „All dies sind Voraussetzungen, die mich trotz aller bedrückenden Nachrichten positiv auf die kommenden Wochen des Lockdowns schauen lassen.“

Bischof Franz Jung (Foto: Pressestelle Bistum Speyer)

Der Bischof räumte ein, dass trotz aller Erfahrungen aus dem Frühjahr die Verunsicherung der Menschen aufgrund der aktuellen Situation sehr groß sei. Vielfach lägen die Nerven blank. Täglich erreichten ihn Anfragen, ob und wenn ja, wie man verantwortungsvoll Gottesdienst feiern könne. „Das kann ich gut nachvollziehen. Aufgrund dieser Sorge sind wir gehalten, unser Möglichstes zu tun, damit Menschen nicht mit Angst Gottesdienst mitfeiern müssen oder aus Angst gar nicht erst zu den Gottesdiensten kommen“, so Jung.

Verschärfte Maßnahmen erhöhen Schutz

Er verwies in dem Schreiben an die Katholiken auf, die seit Mai entwickelten Hygienekonzepte, „die bisher die notwendige Sicherheit garantiert haben“. Die verschärften Maßnahmen in Gebieten, in denen die Corona-Ampel gelb, rot oder dunkelrot zeige, erhöhten noch einmal den Schutz. Zudem sei man im Gegensatz zum Frühjahr auf eine erneute Verschärfung der Maßnahmen vorbereitet gewesen. Deshalb seien Gottesdienste und die Spendung der Sakramente nicht von den radikalen Maßnahmen der Staatsregierung betroffen. „Dafür gilt den Verantwortlichen in der Politik mein aufrichtiger Dank“, erklärte der Bischof.

Jung würdigte auch das Engagement in den Pfarreien und allen anderen Bereichen der Seelsorge. „Ich weiß, dass das bis an die Grenzen der Belastbarkeit ging und weiter geht. Wir werden noch eine Weile durchhalten müssen. Ich bitte Sie deshalb, in Ihrem Engagement nicht nachzulassen.“

kna
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