Bischof fordert Aufarbeitung von geistlichem Missbrauch

Eine vertiefte Auseinandersetzung mit geistlichem Missbrauch in der katholischen Kirche fordert der Bischof von Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers. „Wir werden als Deutsche Bischofskonferenz nicht umhin kommen, uns diesem Thema verstärkt anzunehmen“, schreibt Timmerevers in einem am Montag auf der Plattform katholisch.de veröffentlichten Gastbeitrag. Zugleich gelte es, die Katholiken auf allen Ebenen für das Thema zu sensibilisieren.

Bischof Heinrich Timmerevers will Aufarbeitung von geistlichem Missbrauch

Bischof Heinrich Timmerevers (Foto: Offizialat Vechta/Johannes Hörnemann)

Unter geistlichem Missbrauch werden Handlungen verstanden, mit denen im Rahmen der Seelsorge in Gemeinden oder der spirituellen Begleitung von Ordensleuten Machtverhältnisse oder emotionale Abhängigkeiten aufgebaut werden. Mitunter gibt es nach Ansicht von Fachleuten eine Schnittmenge mit sexuellem Missbrauch. Am Donnerstag und Freitag findet in der Katholischen Akademie in Dresden eine virtuelle Konferenz zu dem Thema statt.

Timmerevers ermutigt Betroffene, von Erfahrungen zu berichten

Timmerevers zufolge sei e angezeigt, auf institutioneller Ebene sei es angezeigt, analog zum Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs über die Schaffung von standardisierten Mechanismen zur Meldung, Dokumentation, Aufarbeitung und Entschädigung zu diskutieren. Insbesondere seien die Vermittlung und Finanzierung einer psychologischen Betreuung für Betroffene zu stärken und Beratungsangebote auszubauen. Darüber hinaus plädiert der Bischof dafür, über Ergänzungen im kirchlichen Straf- und Arbeitsrecht nachzudenken.

Betroffene ermutigte Timmerevers außerdem, von ihren Erfahrungen zu berichten und Taten anzuzeigen. „Menschen, die im Raum der Kirche an anfälligen pastoralen Beziehungen und Strukturen Kritik üben, leisten der Kirche einen wichtigen Dienst.“

kna
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