Spahn: Moscheen nicht dauerhaft vom Ausland finanzieren lassen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich in die Debatte über den Umgang mit dem Islamismus eingeschaltet. In der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag) forderte er, „Moscheegemeinden in unserem Land staatlich zu fördern, wenn sie sich als deutsche Gemeinden verstehen und eben nicht als arabische oder türkische“.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich in die Debatte über den Umgang mit dem Islamismus eingeschaltet. In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag) forderte er, "Moscheegemeinden in unserem Land staatlich zu fördern, wenn sie sich als deutsche Gemeinden verstehen und eben nicht als arabische oder türkische". Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (Foto: ©BMG)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (Foto: ©BMG)

Wie Österreich müsse auch Deutschland darauf bestehen, dass Moscheegemeinden nicht dauerhaft aus dem Ausland finanziert werden dürften. „Wir müssen die Ausbildung von Imamen und Seelsorgern in Deutschland fördern, mehr Lehrstühle schaffen und sicherstellen, dass nicht die Radikalen Einfluss auf Lehrinhalte haben.“

Bekämpfung des radikalisierten Islams

Zudem müsse klar gesagt werden, „dass wir die Benachteiligung von Frauen, Hetze gegen Schwule oder die Verächtlichmachung Andersgläubiger keinesfalls akzeptieren“. Gleichzeitig will Spahn jedoch auch, dass Muslime mehr Rechte bekommen. Etwa beim Beerdigen ihrer Angehörigen auf deutschen Friedhöfen oder durch mehr muslimische Seelsorger in Krankenhäusern, Schulen oder Gefängnissen.

Spahn, der sich um einen Platz als stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender bewirbt, sagte: „Es gibt auch in unserem Land einen Nährboden für einen politisierten Islam und daraus hervorgehenden islamistischen Terror. Daran muss sich etwas ändern, durch politisches Handeln.“

Auch wenn die Bundesländer primär für die Religionsausübung zuständig seien, sollte eine einheitliche Strategie entwickelt werden, sagte der Minister. „Die Pandemie zeigt doch: Wenn Bund und Länder etwas zusammen wollen, können sie es zusammen schaffen. Im Fall der Bekämpfung des radikalisierten Islams könnten das seitens des Bundes beispielsweise Förderprogramme für liberale Gemeinden sein.“

kna