Rio de Janeiro startet Corona-Impfungen an Christusstatue

In Rio de Janeiro haben die Corona-Impfungen am Montagnachmittag (Ortszeit) direkt unter der weltberühmten Christusstatue hoch über der Stadt begonnen.

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In Rio de Janeiro haben die Corona-Impfungen am Montagnachmittag (Ortszeit) direkt unter der weltberühmten Christusstatue hoch über der Stadt begonnen. Lokale Medien berichteten, dass eine 80-jährige in einem Heim lebende Frau und eine 59 Jahre alte Krankenschwester als erste geimpft wurden. Aufgrund logistischer Probleme habe der symbolträchtige Impfstart aber beinahe verschoben werden müssen.

Impfungen verzögert

Da es bei der Zuteilung der Impfdosen durch die Zentralregierung zu Verzögerungen gekommen sei, sei die Impfung erst um 18.20 Uhr Ortszeit, also kurz vor Sonnenuntergang, möglich gewesen. Ein Lokalpolitiker hatte einen Privatjet bereitgestellt, um die ersten Dosen nach Rio de Janeiro zu befördern. Vom Flughafen aus wurden sie dann per Hubschrauber auf den 710 Meter hohen Corcovado-Berg gebracht, auf dem die Christusstatue steht.

An der Impfung unter den ausgebreiteten Armen der Statue gab es aber auch gleich Kritik, weil sich Dutzende Medienvertreter und Politiker auf der engen Plattform gedrängelt hätten. Aufgrund der grassierenden Pandemie gelten in der Küstenstadt eigentlich strenge Regeln zur Vermeidung von Menschenansammlungen.

Landesregierung von Sao Paulo bringt Impfdosen gegen Widerstand der Zentralregierung ins Land

Die Impfung wurde mit dem chinesischen Impfstoff CoronaVac durchgeführt, der erst am Sonntag eine Notzulassung erhalten hatte. Die Landesregierung von Sao Paulo hatte die insgesamt sechs Millionen Dosen gegen den Widerstand der Zentralregierung ins Land gebracht. Nachdem der von der Zentralregierung favorisierte Impfstoff von AstraZeneca und der Universität von Oxford nicht rechtzeitig nach Brasilien gebracht werden konnte, musste die Zentralregierung notgedrungen die landesweite Massenimpfungen mit dem chinesischen Impfstoff starten.

Die Statue des Christus mit den ausgebreiteten Armen auf dem Berg Corcovado ist Weltkulturerbe und Brasiliens bekanntestes religiöses Wahrzeichen. Sie steht auf einem rund 500 Quadratmeter großen Grundstück auf der Spitze des Berges, das dem Erzbistum Rio de Janeiro gehört. Das 1931 errichtete Monument zieht jedes Jahr rund zwei Millionen Besucher an.

kna