Kobusch: „Tiefe Ungeduld im Volke Gottes“

Die Vorsitzende des Netzwerks für den Diakonat der Frau, Irmentraud Kobusch, sieht eine „tiefe Ungeduld im Volke Gottes“. Sie zieht zwar ein insgesamt positives Zwischenfazit zum Synodalen Weg. Betont aber, dass für die  Aufarbeitung von Missbrauch, Macht oder Themen wie Teilhabe für Frauen die Zeit dränge. „Das Online-Treffen hat trotz des pandemiebedingt nötigen Verzichts auf Beschlüsse mehr bewegt als man zuvor glauben konnte“, sagte Kobusch der Wochenzeitung Neues Ruhrwort.

Die Vorsitzende des Netzwerks für den Diakonat der Frau, Irmentraud Kobusch, sieht eine „tiefe Ungeduld im Volke Gottes“. Sie zieht zwar ein insgesamt positives Zwischenfazit zum Synodalen Weg. Betont aber, dass für die  Aufarbeitung von Missbrauch, Macht oder Themen wie Teilhabe für Frauen die Zeit dränge. „Das Online-Treffen hat trotz des pandemiebedingt nötigen Verzichts auf Beschlüsse mehr bewegt als man zuvor glauben konnte“, sagte Kobusch der Wochenzeitung Neues Ruhrwort.

Irmentraud Kobusch. –Foto: Kay Herschelmann/kfd

Der sehr oft gelungene Austausch habe atmosphärisch Druck aus der Suche nach zukunftsfähigen Lösungen genommen. „Um der Kirche und des Glaubens willen haben wir jedoch keine mehr Zeit zu verlieren.“ Den Missbrauchs-Betroffenen zuhören zu dürfen, habe jedwede Polemik und Aggressivität in der Auseinandersetzung über diese für die Kirche grundlegende Frage verstummen lassen, sagte die Vorsitzende des Netzwerks für den Diakonat der Frau, die mehrere Jahre stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende war.

Kobusch sieht dringenden Handlungsbedarf

In der Frauenfrage blickt die Bochumerin ausgehend vom jüngsten synodalen Treffen zurück in die Geschichte: Theologisch verantwortet habe die Würzburger Synode bereits 1974 aus begründeter pastoraler Not und seelsorglicher Verantwortung Position für den Frauen-Diakonat bezogen.  Diese durch die Schöpfung und die Gott-Ebenbildlichkeit begründete Anfrage blieb in Rom aber bis heute unbeantwortet.

Kobusch, die mit der kfd und dem Netzwerk Diakonat der Frau seit 1997 für den kirchlich wichtigen Diakonat der Frau arbeitet, sieht angesichts der Entwicklung, dass viele überzeugt praktizierende Christinnen und Christen von der Kirche abwenden, dringenden Handlungsbedarf. „Wenn mir eine hochengagierte 80-jährige Katholikin sagt, sie denke über einen Kirchenaustritt nach, dann setzt sie in ihrer Sorge  ein Signal wie eine rote Ampel.“ Ohne die aktuelle Kölner Austrittswelle direkt anzusprechen, sieht Kobusch darüber hinaus „tiefe Ungeduld im Volke Gottes“. Das erfordere jetzt Lösungen für eine kirchliche Zukunft „Die Sorge der 80-Jährigen markiert ein tiefrotes, uns alle betreffendes Warnsignal“, fügte Kobusch hinzu.

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