Forderungen nach dem Diakonat für Frauen

Zum Tag der Diakonin bekräftigen katholische Verbände erneut ihre Forderung zur Öffnung des sakramentalen Diakonats für Frauen.
Zum Tag der Diakonin bekräftigen katholische Verbände erneut ihre Forderung zur Öffnung des sakramentalen Diakonats für Frauen. "Nur eine Kirche, in der sich Gerechtigkeit verwirklicht, ist eine glaubwürdige Kirche. Diakonisches Handeln gehört zu den Wesensmerkmalen der Kirche und ist nicht an ein Geschlecht gebunden. Frauen und Männer sind als Getaufte und Gefirmte in gleicher Weise berufen, den Dienst an den Nächsten zu verwirklichen", teilten der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB), die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), das Netzwerk Diakonat der Frau und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) am Donnerstag mit.

Irmentraud Kobusch.
Foto: Kay Herschelmann/kfd

Zum Tag der Diakonin bekräftigen katholische Verbände erneut ihre Forderung zur Öffnung des sakramentalen Diakonats für Frauen. „Nur eine Kirche, in der sich Gerechtigkeit verwirklicht, ist eine glaubwürdige Kirche. Diakonisches Handeln gehört zu den Wesensmerkmalen der Kirche und ist nicht an ein Geschlecht gebunden. Frauen und Männer sind als Getaufte und Gefirmte in gleicher Weise berufen, den Dienst an den Nächsten zu verwirklichen“, teilten der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB), die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), das Netzwerk Diakonat der Frau und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) am Donnerstag mit.

Die stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende, Agnes Wuckelt, betonte: „Zukunftsfähigkeit bedeutet für die Kirche, ihrer Sendung treu zu bleiben und die Menschen mit ihren Fragen, Nöten und Freuden zum Maßstab ihres Handelns zu machen. Wenn die Kirche nicht bereit ist, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern endlich anzuerkennen, dann steht ihr eine schlechte Zukunft bevor.“

Nach Ansicht der Vorsitzenden des Netzwerks Diakonat der Frau, Irmentraud Kobusch, wird in der Gesellschaft nicht mehr verstanden, dass die Kirche die Berufung von Frauen zur Diakonin bis heute nicht anerkennt. „Frauen stehen bereit. Sie wissen sich von Gott gerufen“, sagte sie. KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth ergänzte: „Eine glaubwürdige Kirche ist einladend und nicht ausgrenzend. Frauen, die sich zum diakonischen Dienst berufen fühlen, sollen ihren Charismen und Fähigkeiten entsprechend ausgebildet werden und die sakramentale Weihe erhalten.“ Ein „Diakonat light“, wie manche Bischöfe sich dies vorstellten, sei keine Option, sondern eine Fortsetzung des Status quo.

ZdK-Präsident Thomas Sternberg erklärte: „Wir wehren uns gegen pauschale Urteile über Menschen, über Frauen und Männer.“ Nachweislich habe es bis zum Mittelalter weibliche Diakone gegeben. „Und ohne das Engagement der Frauen heute würde die diakonische Arbeit in der Kirche und den Kirchengemeinden zusammenbrechen. Die sakramentale Weihe der Diakonin wieder zu beleben, ist ein Akt der Gerechtigkeit und der Notwendigkeit.“

Auch der emeritierte Tübinger Dogmatiker Peter Hünermann plädierte erneut für Diakoninnen. „Es ist ein Witz, dass etwa 80 Prozent der diakonisch-karitativen Arbeit von Frauen geleistet wird – Frauen aber nicht Diakoninnen werden können“, sagte Hünermann dem Schweizer Portal kath.ch. Die Entscheidung über einen möglichen Diakonat der Frau sei nicht einfach politisch, sondern beziehe sich auf das Wesen der Kirche. „Die diakonische Kirche brauche Männer und Frauen als Diakone“, betonte der Theologe. Seit Jahrzehnten setzen sich demnach die Verbände dafür ein, dass Frauen zu Diakoninnen geweiht werden. Das Thema einer digitalen Veranstaltung der Beteiligten am Donnerstag lautet „Gerecht“. Der Tag der Diakonin wird seit 1998 immer am 29. April, dem Festtag der heiligen Katharina von Siena, begangen.

Von Rainer Nolte (KNA)
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