Essener Generalvikar spricht sich für Frauen in Weiheämtern aus

Der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer befürwortet den Zugang von Frauen zu Weiheämtern in der katholischen Kirche. „Ich denke schon seit vielen Jahren, dass uns da etwas verloren geht.“
Der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer befürwortet den Zugang von Frauen zu Weiheämtern in der katholischen Kirche. "Ich denke schon seit vielen Jahren, dass uns da etwas verloren geht", sagte Pfeffer bei einer Online-Veranstaltung der katholischen Akademie "Die Wolfsburg", wie das Bistum Essen am Montag mitteilte. "Ich halte es für notwendig, dass Frauen Zugang zu den Ämtern haben."

Generalvikar Klaus Pfeffer (Foto: Boris Spernol)

Der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer befürwortet den Zugang von Frauen zu Weiheämtern in der katholischen Kirche. „Ich denke schon seit vielen Jahren, dass uns da etwas verloren geht“, sagte Pfeffer bei einer Online-Veranstaltung der katholischen Akademie „Die Wolfsburg“. „Ich halte es für notwendig, dass Frauen Zugang zu den Ämtern haben.“

Pfeffer: Fundamentaler Wandel des Priesterbildes

Dem Generalvikar zufolge bedeuten die geforderten Veränderungen einen fundamentalen Wandel des Priesterbildes. „Ich erlebe meine Berufsgruppe als sehr verunsichert“, sagte er. Einige Katholiken reagierten hier aggressiv, weil sie eine „tiefe Angst“ spürten. Die Frage nach der Teilhabe von Frauen an kirchlichen Ämtern und Diensten habe „Spaltungspotenzial“. Pfeffer mahnte zur Geduld und riet zum verstärkten Dialog sowie zu Gesprächen mit Bischöfen. „Konfrontation hilft nicht weiter.“

Im Rahmen der Veranstaltung diskutierte er unter anderem mit der Benediktinerin Philippa Rath aus der Abtei Sankt Hildegard in Rüdesheim-Eibingen, die im Februar das Buch „Weil Gott es so will“ herausgegeben hatte. In der Aufsatzsammlung erzählen 150 Frauen von ihren Berufungsgeschichten. Sie wollen als Priesterin oder Diakonin tätig sein. In der katholischen Kirche sind diese Ämter, die mit einer Weihe verbunden sind, jedoch Männern vorbehalten.

Rath: „Diese Berufungsgeschichten sind Leidensgeschichten“

Dass Frauen allen Ernstes Priesterinnen werden wollten, könnten sich viele männliche Verantwortungsträger in der katholischen Kirche gar nicht vorstellen, sagte die Benediktinerin. Viele Frauen würden belächelt. „Diese Berufungsgeschichten sind Leidensgeschichten,“ so Rath. Sie wies auf Spielräume im Kirchenrecht hin, die etwa in der Schweiz bereits genutzt würden. Dort leiteten Frauen Gemeinden. Ihrer Ansicht nach sind die Bischöfe gefragt, Frauen mit Sakramentsbefugnissen auszustatten. Die Ordensschwester ist Mitglied im Forum „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ im Reformprozess Synodaler Weg, in dem deutsche Bischöfe und Laien über die Zukunft der katholischen Kirche beraten.

kna

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