Frauenratsvorsitzende fordert Zugang zu allen kirchlichen Ämtern

Die Vorsitzende des Deutschen Frauenrates, Mona Küppers, spricht sich für den Zugang zu allen Ämtern für Frauen in der katholischen Kirche aus. „Als Katholikin bin ich davon überzeugt, dass die katholische Kirche, wenn sie eine Zukunft haben und zu wichtigen gesellschaftlichen Fragen und Themen ernst genommen und gehört werden will, Geschlechtergerechtigkeit vorleben muss“, sagte sie in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Frau und Mutter“ der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd).

Mona Küppers (Foto: Deutscher Frauenrat)

Auch in der Gesetzgebung gebe es Handlungsbedarf, fügte Küppers hinzu. „Wir brauchen wirkungsvollere Gesetze für die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung“, erklärte sie. „Sanktionen bei Nichterfüllung dürfen auch kein Tabu sein.“ Konkret stelle sie sich beispielsweise ein Paritätsgesetz vor, mit dem mehr Frauen in den Bundestag gebracht werden könnten.

Laut Küppers ist zudem das Gleichstellungsgebot im Artikel 3 des Grundgesetzes zu wenig bekannt und spielt in der juristischen Ausbildung keine Rolle. „Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Sie können eine juristische Ausbildung durchlaufen, ohne dass Ihnen dieser Artikel jemals begegnet ist.“ Deswegen werde er auch von Gesetzgebung und Rechtsprechung ignoriert. „Wie soll da ein gesellschaftliches Bewusstsein entstehen?“

kna
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